Archiv für Dezember 2011

Laut.fm: Stream rippen/downloaden

Regelmäßige Besucher meines Blogs wissen, der Trompetenkaefer als audiophiler Mensch hört gerne wegen der abwechslungsreichen Musik Onlineradios. Und was ist das Erste was er macht, wenn er ein neues entdeckt?

Nein, er mach keine Blogpost Radio A ist Radio B überlegen, sondern er guckt was ihm das Firefox- / Iceweasel-AddOn Video DownloadHelper ausspuckt. Wie anfangs bei Grooveshark oder Soundcloud lässt sich auch bei Laut.fm der Musikstream mit dem AddOn rippen.

Dazu klickt man auf der Homepage den Abspielbutton im Musikplayer.

Laut.fm Player

Anschließend kann im Video DownloadHelper der Stream gespeichert werden, die Datei heißt immer type_.flv.

Video DownloadHelper Laut.fm

Download: Stream

Besonderheit

Im Gegensatz zu den anderen Webradios wird nicht jedes Lied einzeln heruntergeladen, sondern der Stream fortlaufen gespeichert. Dies bedeutet, dass nach einer Stunde die Datei type_.flv bereits mehrere 100 MB groß sein kann. Wenn man die flv noch in eine Mp3- oder Ogg-Vorbis-Datei konvertiert kann man das ganze auf den MP3-Player oder das Smartphone packen. Praktischerweise lässt sich so Bandbreite sparen, da nicht permanent eine Verbindung zu z. B. last.fm bestehen muss und man hat trotzdem ein super abwechslungsreiches Programm dabei. Empfehlenswert für Nutzer mit Verträgen ohne Flatrate oder auch in der U-Bahn bzw. anderen Tunneln. Btw. ich spreche gerne von mir in der dritten Person ;)

Jampal: Schlanker Java-Musikplayer und Tag-Editor

Auf der Suche nach plattformübergreifenden Musikplayern bin ich auf Jampal gestoßen. Eine freie und in Java entwickelte Jukebox nebst Tag-Editor.

Jampal rühmt sich in Version 1.26 folgender Features:

Problemloser Umgang mit sehr großen Musiksammlung
> 40. 000 Titel stellen kein Problem dar
Freie Wahl bei der Organisation der Libary / Playlist
Export der Musiksammlung (jampal-libary) in ein Text- oder Tabellenprogramm
Ausgabe des aktuellen Titels durch synthetische Sprachausgabe
uvm.

Installation

Unter Debian testing und dem kommenden Ubuntu 12.04 precise kann ein Paket aus den Repositories installiert werden.

apt-get install jampal

Da Jampal in Java geschrieben wurde ,ist die Installation für Nutzer anderer Versionen, Distributionen und Betriebssysteme kein Problem. Wenn eine Java-Runtime-Environment installiert ist, lädt man sich die aktuellste Version von der Homepage herunter und entpackt sie an den gewünschten Ort. Anschließen startet man das ganze mit dem Kommando:

java -jar /Pfad/zu/jampal/jampal.jar

Mit diesem Kommando kann über den jeweiligen Menü-Editor auch ein Programmstarter angelegt werden. Die Datei setup.sh funktioniert auf meinem System nicht, deshalb der Aufruf über die Java-Datei.

Oberflächliches

Vom User-Interface ist Jampal sehr einfach gehalten, es überfrachtet einen nicht mit Buttons, Schaltflächen etc., genau das richtige für Puristen. ;) Wer wirklich nur Musik abspielen will, dem wird die Standardkonfiguration völlig ausreichen, wer mehr will kann über Edit->Customize mehr Spalten hinzufügen.

Jampal Standardaussehen

Über den Customize-Dialog lässt sich einiges am Aufbau und “unter der Haube” ändern, hier findet sich z. B. die Einrichtung für die synthetische Sprachausgabe oder auch am Tag-Editor.

Jampal Einstellungsdialog

Tiefgang

Von einer Software mit so einem simplen Aufbau hätte ich nie diese intelligenten Features im Umgang mit Tags und den Dateien erwartet. So lassen sich beispielsweise Libaries in einem Tabellenkalkulationspgrogramm ohne Probleme öffnen. Dazu öffnet man in Gnumeric oder Libreoffice Calc unter /home/Benutzer/.jampal/default.jmp, schon kann man die gesamte Musiksammlung in ein Indexprogramm für Mediendateien exportieren oder anderweitig bearbeiten.

Jampal-Libary in Gnumeric

Auch für das Bearbeiten von Tags und das ausfiltern von Duplikaten bringt Jampal Einstellungen mit. Wie angekündigt bereitet der Umgang mit großen Musiksammlungen keine Bauchschmerzen, Jampal reagiert durchwegs flüssig.

Fazit

Simpler Aufbau, intelligente Features sind wohl das Markenzeichen von Jampal und defintiv einen Blick wert. Nur das fehlen eines Lautstärkereglers im Programm selbst fiel mir bis jetzt negativ auf. Noch konnte ich gar nicht alle Einstellungen und Möglichkeiten testen, da sich unter der einfach gehaltenen Oberfläche doch so mancher Schalter für Feintuning versteckt der darauf wartet entdeckt zu werden. Die Sprachausgabe werde ich mal über die Feiertage einem Test unterziehen. Am Anfang sollte man einen Blick in den User Guide werfen um einen groben Überblick des (versteckten) Funktionumfangs zu erhalten.

Mp3s anhand des ID3-Tags benennen / umbenennen (rename mp3)

Gestern habe ich das Programm foremost im Blog kurz beleuchtet. Nachdem jetzt alle Mp3s wiederhergestellt wurden fällt einem gleich auf, dass die Dateinamen keinen Aufschluss auf den Künstler bzw. den Titel des Stücks zulassen.

Bei genauerer Betrachtung erkennt man jedoch sehr schnell, dass die ID3-Tags soweit diese vorher gepflegt wurden, in den Mp3s enthalten sind. Man hat bei größeren Musiksammlungen bestimmt keine Lust, jede Datei einzeln umzubenennen, auch wenn man evtl. auf ein Batchprogramm zurückgreifen kann ist der Aufwand nicht unerheblich. Leichter geht es, wenn man die Arbeit ein Programm machen lassen kann, das Mp3s anhand des ID3-Tags umbenennt.

Meine Wahl fällt hier auf EasyTag, ein Programm, das einem wirklich viele Möglichkeiten beim Umgang mit Audiodateien bietet.

Installation

Ubuntu- und Debian-Nutzer schaufeln sich das Programm über den Paketmanager auf das System:

apt-get install easytag

Benutzung

Nach dem Start des Programms navigiert man in den Ordner, in dem die Mp3s gespeichert sind.

EasyTAG

Anschließend markiert man alle Mp3s und klickt auf das Menü Scanner und hier auf den Unterpunkt Dateien und Verzeichnisse umbenennen….

Menü Scanner

Im darauf folgenden Fenster kann man über die Auswahl Datei und Verzeichnisse umbenennen den Aufbau des Dateinamens verändern, in meinem Beispiel wäre dies Tracknumber_-_Artist_-_Titel. Wem die vorgefertigten Masken nicht ausreichen, der kann über den Maskeneditor, das Maskensymbol, eigene Vorgaben definieren. Über einen Klick auf den Scannerbutton (grün/weiß) werden die Dateinamen gemäß der Vorgabe eingelesen.

Scan von Tag und Dateinamen / Maskeneditor

Zu guter Letzt muss man im Hauptfenster nur noch auf den Menüpunkt Speichern unter klicken und die Mp3-Dateien werden automatisch dem vorgegebenen Masken-Schema umbenannt.

EasyTag Abschluss

Schlusswort

Ich finde den Weg über EasyTag zur Umbenennung vieler Audio-Dateien über Masken einen sehr einfachen und effizienten Weg. Hoffentlich spart Ihr Euch dadurch wertvolle Stunden, im Fall des Falles. Mit seiner Zeit kann man interessantere Dinge anfangen, wie stundenlanges getippe. ;)

Mp3s im Dateimanager

vrms: Wie verkommen ist dein (Linux-) System?

Wer noch keinen guten Vorsatz für das neue Jahr hat, sollte sich mal das kleine Paket vrms ansehen. vrms steht für “Virtual Richard M. Stallman” und zeigt einem bei debianbasierenden Systemen Pakete an die nicht als “frei” gelten. Darunter fällt bei Debian z. B. wie der Name schon sagt der Bereich “non-free”.

Installation

apt-get install vrms


Benutzung

trompetenk@tbox:~$ vrms
Non-free packages installed on tbox

firmware-linux Binary firmware for various drivers in the Linux kerne
firmware-linux-nonfree Binary firmware for various drivers in the Linux kerne
unrar Unarchiver for .rar files (non-free version)

Contrib packages installed on tbox

flashplugin-nonfree Adobe Flash Player - browser plugin

3 non-free packages, 0.2% of 1924 installed packages.
1 contrib packages, 0.1% of 1924 installed packages.

So “verseucht” sieht es auf meinem System eigentlich nicht aus.

Trotzdem, wer unfreie Software wie ich installiert hat, schreibt 100x händisch und nicht guttenbergen:

Ich installiere nie wieder Software aus non-free
Ich installiere nie wieder Software aus non-free
Ich installiere nie wieder Software aus non-free

Und Ubuntu-Nuter:

Ich installiere nie wieder Software aus multiverse
Ich installiere nie wieder Software aus multiverse
Ich installiere nie wieder Software aus multiverse

Wie siehts bei Euch aus? ;)

Gefunden via debianforum

foremost: Eine Alternative zu photorec?

Vor einiger Zeit habe ich hier im Blog schon mal kurz photorec vorgestellt. Mit dieser Software lassen sich recht simpel die verschiedensten Dateiformate wiederherstellen.

Im aktuellen Fall muss ich von einer “klackernden” Festplatte mp3-Dateien wiederherstellen. Der Anwender hat zwar vorbildlich Backups von wichtigen Dateien gemacht, nur die Musiksammlung hat er vergessen und zu allem Übel auch noch in der Hitze des Gefechts gelöscht. Da die Platte schon Geräusche von sich gibt, habe ich sicherheitshalber erst einmal ein Image erstellt. Sonst gebe ich immer photorec den Vorzug, diesmal wollte ich aber foremost die Arbeit verrichten lassen.

Installation

Unter Debian und Ubuntu gelingt die Installtion ganz simpel mit

apt-get install foremost

Schon hat man das Forensiktool auf seinem System installiert.

Konfiguration

Installiert ist foremost schon einmal, aber im Gegensatz zu photorec muss man hier in der Konfigurationsdatei /etc/foremost.conf erst händisch die unterstützen Formate freischalten. Die Datei sieht in Auszügen folgender Maßen aus:

#
# Foremost configuration file
#————————————————————————-
# Note the foremost configuration file is provided to support formats which
# don’t have built-in extraction functions. If the format is built-in to foremost
# simply run foremost with -t and provide the format you wish to extract.


#
#wildcard ?
#
# case size header footer
#extension sensitive
#
#———————————————————————
# EXAMPLE WITH NO SUFFIX
#———————————————————————
#
# Here is an example of how to use the no extension option. Any files
# containing the string “FOREMOST” would be extracted to a file without
# an extension (eg: 00000000,00000001)
# NONE y 1000 FOREMOST

#———————————————————————
# SOUND FILES
#———————————————————————
# (NOTE THIS FORMAT HAS A BUILTIN EXTRACTION FUNCTION)
# wav y 200000 RIFF????WAVE
#
# Real Audio Files
# ra y 1000000 \x2e\x72\x61\xfd
# ra y 1000000 .RMF
#
# asf y 8000000 \x30\x26\xB2\x75\x8E\x66\xCF\x11\xA6\xD9\x00\xAA\x00\x62\xCE\x6C
#
# wmv y 20000000 \x30\x26\xB2\x75\x8E\x66\xCF\x11\xA6\xD9\x00\xAA\x00\x62\xCE\x6C
#
# wma y 8000000 \x30\x26\xB2\x75 \x00\x00\x00\xFF
#
# wma y 8000000 \x30\x26\xB2\x75 \x52\x9A\x12\x46
#
# mp3 y 8000000 \xFF\xFB??\x44\x00\x00
# mp3 y 8000000 \x57\x41\x56\45 \x00\x00\xFF\
# mp3 y 8000000 \xFF\xFB\xD0\ \xD1\x35\x51\xCC\
# mp3 y 8000000 \x49\x44\x33\
# mp3 y 8000000 \x4C\x41\x4D\x45\
#———————————————————————

Vor jedem Dateityp steht eine Raute, dies bedeutet der Dateityp ist deaktiviert. Also Raute vor mp3 entfernen und schon kann es losgehen.

Benutzung

Wiederherstellung aus der Abbilddatei:

foremost -t mp3 -i /hier/gehts/zur/Abbilddatei

Anschließend findet man die Dateien unter /home/Benutzer/output. Wer lieber sein eigenes Output-Directory angibt nimmt den Schalter -o

foremost -t mp3 -i /hier/gehts/zur/Abbilddatei -o /mein/output/dir/

Etwas mehr Info zur Benutzung findet man im Artikel des UU-Wikis.

Kurzes Fazit

Ist foremost erst einmal eingerichtet verrichtet es seine Arbeit tadellos. Zuküftig werde ich aber trotzdem weiterhin photorec verwenden, da wesentlich mehr Optionen und unterstützte Dateiformate bietet.

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