Keine vorinstallierte Ubuntu-Hardware mehr bei Dell?

Langsam wird es wieder Zeit für ein Linux zum auf- und zuklappen, da mein Netbook doch noch eines der ersten Generation ist und ich wieder Filme, (Linux) Spiele usw. unterwegs und im Urlaub in gewohnter Heimrechner-Qualität genießen möchte. Also ab in die Weiten des Webs zur Entscheidungshilfe bei der Auwahl meines zukünftigen mobilen Begleiters.

Auf meiner Suche im Web nach Onlineshops mit Linux-Notebooks bzw. Notebooks ohne vorinstalliertes Windows, bin ich, wie eigentlich zu erwarten, auf das Ubuntu Angebot von Dell gestoßen. Hier auf der speziell für Ubuntu angelegten Seite wird versucht dem Leser Linux (Ubuntu) schmackhaft zu machen. Man findet dort eine Top Ten – Liste, was man über Ubuntu wissen sollte. So weit so gut, der Köder ist ausgelegt, die Fische müssen nur noch anbeißen.

Eigentlich alte Kamellen dachte ich mir, aber nun gut sie haben mich an der (Angel)Leine, mal sehen was mir Dell an Hardwareauswahl anbietet.

Sehr übersichtliche Hardwareauswahl

Sehr übersichtliche Hardwareauswahl

Dell scheint seinen Online-Shop einem Interface-Lift unterzogen zu haben, jedenfalls wird man bei der Hardwareauswahl definitiv nicht überfordert. Keine Angebote zu Ubuntu, dafür aber ein Hinweis, dass Dell Windows und den “sicheren” IE9 empfiehlt. Was diese Werbung MS wohl an Schmiergeld gekostet haben wird? Schon traurig, dass sich manche Lobbyarbeit im negativen Sinn auszahlt…

Weder in einschlägigen Online-Medien noch in den Blogs habe ich bisher etwas mitbekommen, dass Dell sich aus dem Ubuntu-Geschäft zurückzieht. Gehts nur mir so, hab ich was verpasst, oder bin ich nur nicht fähig zu googeln? An Dells Stelle hätte ich das Angebot dann lieber ganz von meinen Servern entfernt.

Gnome 3.x samt Gnome-Shell in Debian Wheezy (testing)

Seit heute findet man Gnome 3.x samt dazugehöriger Shell im Repository von Debian Wheezy. Aktuell gibt es noch einen Misch-Masch an Paketen von Gnome 2.3x über 2.9.1 bis hin zu Gnome 3.2. Das Durcheinander wird sich sicherlich über die nächsten Wochen bei jedem Upgrade ein wenig lichten. In diesem Sinne viel Spaß beim ausprobieren, ich weiß auf jeden Fall was ich heute Abend mache ;)

Die Installation ohne vorheriges Gnome 2.x erfolgt am einfachsten über das Metapaket “gnome“:

aptitude install gnome

Gnome 3 – Neulinge sollten sich auf jeden Fall das Cheet Sheet zu Gemüte führen. :)

Debian Wheezy Gnome3

Debian Wheezy Gnome3

Hibiscus: Optisches chipTAN Verfahren unter Linux

Seit ca. einem Jahr stellen die meisten Banken auf optisches chipTAN bzw. SMS TAN um, hierzu wird das veraltete sm@rtTAN Verfahren oder je nach Bankenstand der TAN-Bogen aufgegeben. Die neuen Verfahren werden eingeführt, da sie nach aktuellem Stand um einiges sicherer sein sollen, als die derzeitigen Standards.

Jeder der eine Finanzverwaltungssoftware einsetzt, muss sich spätestens jetzt Gedanken zur Anbindung der jeweiligen Software über das neue Verfahren zu den Bankservern machen. Einige kommerzielle und nicht kommerzielle bzw. freie Programme beherrschen bis dato die neuen TAN-Verfahren noch nicht.

Eine Ausnahme bei freier Software ist Hibiscus, die Java-basierende, von Olaf Willuhn entwickelte Bankingsoftware.

Features laut Wikipedia:

Unterstützte HBCI-Medien

Chipkarte (DDV)
Schlüsseldiskette
PIN/TAN (inkl. chipTAN sowohl optisch als auch manuell)
Unterstützte HBCI-Geschäftsvorfälle

Abruf der verfügbaren Konten
Saldo abrufen
Konto-Umsätze abrufen
Einzel- und Sammel-Überweisung
Einzel- und Sammel-Lastschriften
Termin-Überweisung
SEPA-Überweisung
Daueraufträge abrufen, anlegen, ändern, löschen
Weitere Eigenschaften

Adressbuch mit Anzeige der Umsätze von/an den Kontakt
Verwaltung beliebig vieler Konten/Bankverbindungen
Führung eines Protokolls pro Konto
Erzeugung und Druck eines INI-Briefs
Abrufen von System-Nachrichten der Bank
Export von Konto-Umsätzen im HTML-, XML-, CSV- und Portable Document Format
Anpassbare Startseite mit Finanz-Übersicht über alle Konten
Globale Suchfunktion über Konten, Aufträge und Umsätze
Grafische Auswertungen
Synchronisierung aller Konten en bloc
Ausführen von Geschäftsvorfällen/Kontosynchronisation im Hintergrund

Wer auf der Suche nach einer Homebanking-Anwendung ist, die auf Höhe der Zeit ist, sollte auf jeden Fall Hibiscus ausprobieren. Die Eirichtung ist gut im UU-Wiki beschrieben und der Entwickler hält online ein ausführliches Handbuch bereit.

chiptan / Screenshot von willuhn.de

chiptan / Screenshot von willuhn.de

Ubuntu 11.10 mit “built-in virus protection” – Jetzt Virenscanner Onboard?

Neugierig geworden durch Canonicals aktuelle Pläne, Ubuntu aggressiver Unternehmenskunden schmackhaft zu machen, 5-Jahres-Support für die LTS-Version etc., habe ich mir die Features der neusten Version von Ubuntu 11.10 auf der Homepage angesehen.

Folgender Satz sprang mir dabei gleich ins Auge

“A built-in firewall and virus protection come as standard”

Was? Viren-Schutz als Standard, wurde ClamAV oder irgendein anderer
Virenscanner in die Standardsoftwareauswahl aufgenommen?

Etwas weiter unten wird Stichpunktartig auf die Security-Features eingegangen:

Automatic security updates
Defence against viruses
Anti-phishing
File encryption
Password protection
Built with security in mind

Hier ist jetzt die Rede von einem Schutz gegen Viren, kein Hinweis auf einen Virenscanner. Eigentlich, das was die meisten Linux Distributionen an Standard-Schutz bieten. Also habe ich kurzer Hand Google bemüht und bin auf einen Eintrag bei askubuntu.com gestoßen. Hier wird der “Eingebaute Virenschutz” erklärt, frei übersetzt:

- Die installation von Software funktioniert nur als Superuser (root), zusätzlicher Schutz durch Apparmor.
- Sicheres Software-Repo-Model, auch durch den Test der Softwarepakete durch Maintainer
- Getestete Software durch den offenen Quellcode, dadurch weniger Bugs.
- Schnelle Software-Patches.

und noch mehr Punkte wie Checksummen etc. werden weiter unten auch aufgeführt.

Also nix mit Virenscanner. In der Regel ist auf einem reinen Linux-System bis Dato auch kein Scanner von Nöten. Nichtsdestotrotz finde ich die Phrase “built-in.. virus protection” grenzwertig, auch wenn sie wohl hauptsächlich marketingtechnischen Gründen geschuldet sein wird. Dem unwissenden Leser wird hier mehr eine eingebaute Antiviren-Lösung suggeriert, gerade da sich Ubuntu an Anfänger bzw. Umsteiger richtet. Besser fände ich persönlich “secure by default” oder etwas in dieser Richtung.

Fazit

Also kein eingebauter Virenscanner, sondern “secure” nach bestem Wissen und Gewissen. ;)

Kurze persönliche Meinung zum aktuellen Kursschwenk:
Persönlich begrüße ich den Schwenk des Supports der LTS-Version auf 5 Jahre, Unternehmens- und Privatkunden denen Stabilität wichtiger wie neuese Features sind, bekommen nun zu Redhat Enterprise, Suse Linux Enterprise und Debian Stable eine zusätliche Alternative ab Ubuntu 12.04. Die 12.04 werde ich mir auf jeden Fall auf einem meiner Systeme installieren und ausgibig testen. :)

Installation Enlightenment E17 unter Debian Wheezy

Vor gut einem Jahr habe ich ein HowTo zur Installation von E17 mittels einer Fremdquelle unter Debian Squeeze verfasst. Laut dem letzten Kommentar scheint es nun mit der Installation unter Squeeze Probleme zu geben. Mangels Squeeze-Installation kann ich hierzu leider nicht mehr viel sagen.

Aber ;)

zu Wheezy und E17 kann ich etwas sagen. Nie war es bisher unter Debian (Testing/Unstable) so einfach E17 auf seine Platte zu verfrachten. Hierzu installiert man sich einfach das Paket

e17

und schon werkelt Enlightenment auf dem PC.

Enlightenment E17

Tails – Nachfolger der Incognito Live CD

Die Live-Distribution Tails schickt sich an, der Nachfolger der am 23.10.2010 aufgegebenen Incognito LiveCD zu werden.

Tails basiert auf Debian und bringt unter anderem die Software:
Tor
Vidalia
Firefox mit Torbutton
Pidgin vorkonfiguriert mit OTR
HTTPSEverywhere

mit. Als Desktop wird auf Gnome gesetzt, natürlich ist auf der Live CD auch noch Software für den alltäglichen Gebrauch enthalten.

Als zusätzliche Features werden die Löschung des RAMs nach dem Herunterfahren gegen Kaltstartattacken (hatte Incognito meines Wissens auch schon) und der Support für I2P (Projekt unsichtbares Internet) beworben.

Nach dem erfolgreichen Download kann das Iso entweder auf CD gebrannt oder auf den USB-Stick kopiert werden.

Damit man die Technik hinter der Live CD und der Software versteht empfehle ich das Lesen der Design-Dokumentation / Walkthrough und um Fehler im Umgang mit Tor etc. zu vermeiden auf jeden Fall die Auflistung mit Warnungen.

Die Homepage des Projekts gibt es auch auf Deutsch, wobei hier die Übersetzung noch nicht bei 100% ist.

Tails, Screenshot von tails.boum.org

Persönlich finde ich es gut, dass es eine vorkonfigurierte Live CD für anonymes Surfen gibt, ich nutze diese gerne im Urlaub um anonym und ohne Zensur im Netz unterwegs zu sein. Was mir an diesem Projekt zusätzlich noch sehr sympatisch ist, die Entwickler lassen ihre Änderungen an die genutzten Projekte zurückfließen.

Zeig mir dein Bild und ich sag dir wer Du bist und vorallem wie viele

Bei Linuxundich.de bin ich am Anfang des Jahres auf stolencamerafinder.com aufmerksam geworden. Dieser Service kann an Hand der Seriennummer der verwendeten Kamera, Bilder von dieser auf Webseiten im Netz finden.

An sich eine super Sache, man wurde z. B. im Urlaub beklaut und die Kamera ist futsch. Zuhause oder noch während des Urlaubs liest man mit ExifTool die Seriennummer aus, gibt sie bei Stolen Camera Finder ein und findet mit etwas Glück neu aufgenommene Bilder der eigenen Kamera und kann so vielleicht den Ort oder wenigstens eine Person (via Polizei) ausfindig machen. Bei neueren Modellen ist evtl. in den Exif-Daten schon ein GPS-Standort gespeichert, Jackpot!

Worauf ich eigentlich mit meiner Überschrift hinaus will:

Stalker, Wirtschaftsspione oder aucheifersüchtige (Ex) Partner können den Spieß umdrehen und anhand eines Bildes das der Kamera einer Person zweifelsfrei zuzuordnen ist, ohne großen Aufwand Profile und Nicknames ihres “Opfers” ausfindig machen. Schon nach wenigen Sekunden hat der Übeltäter mit ein wenig Glück Bilder aus verschiedenen Profilen und kann sich gleich eine Strategie zurecht legen um sein Vorhaben in die Tat umzusetzen.

Der Wirtschaftsspion kann dann leicht z. B. mittels Social Hacking dem Erfolg seines Vorhabens auf die Sprünge helfen.

Wer auf Nummer Sicher gehen möchte oder etwas paranoid ist, sollte aus Sicherheitsgründen die Exifdaten vorher aus den Upload-Bildern entfernen. Da sich wahrscheinlich auch schon bald Fotos aus Handys / Smartphones zweifelsfrei durch Exif-Daten identifizieren lassen werden, somit kann dann auch der Upload des Schnappschusses auf Twitter, Flickr, etc. eindeutig einer Person zugeordnet werden.

Frei nach Trompetenkaefer ;)

“Drum prüfe wer ins Netz sich verbindet, ob sich nicht noch Data findet.”

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