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Tintii Photo Filter: Selektiv Farbe bekennen

Eigentlich wollte ich diesen Artikel für die Zeitschrift LinuxUser schreiben. Da ich jedoch trotz Nachfrage nach 2 Monaten noch keine Antwort bekommen habe, ob der Artikel für das Magazin interessant ist, oder nicht, veröffentliche ich ihn hier in meinem Blog für die Allgemeinheit. So haben alle was davon ;)

Um Fotos den das gewisse Etwas zu verleihen sind nicht immer mächtige Programme wie z. B. Gimp notwendig. Tintii zeigt, dass nicht immer mit Kanonen auf Spatzen geschossen werden muss.

Tintii macht farbige Fotos schwarz-weiß, über eine Auswahl lassen sich bestimmte Farben freigeben und somit Objekte einfärben. Diese Objekte stechen anschließend aus dem Einheitsgrau heraus und erzielen damit einen einmaligen Effekt.

Man hat sich eine neue Kamera gekauft, wo möglich eine digitale Spigelreflex, die ersten Bilder geschossen und ist schon ganz neugierig, wie diese wohl am Bildschirm aussehen werden. Beim ersten Betrachten ist man von der Qualität des neuen Fotoapparats überwältigt.

Nach einiger Zeit kramt man die Bilder wieder aus den tiefen seiner Festplatte hervor. Da bereits der Sättigungseffekt eingesetzt hat, fällt einem auf, dass doch der Wow-Effekt auf einem Teil der Aufnahme fehlt. Im Anwendungsmenü seiner Liblingsdistribution greift man nun auf Gimp zurück. Stunden später gibt man seine verschlimm-besserungs Versuche entnervt auf und erkennt, man hätte sich doch lieber das Gimp Praxishandbuch im verstaubten Bücherregal zu Gemüte führen sollen.

Doch bevor man vollends die Segel streicht, sollte man einen Blick in die Tiefen seines Paketrepositories[1,2,3] werfen und Tintii installieren

Installation

Vorgefertigte Pakete lassen sich unter den aktuellen Versionen von Ubuntu, OpenSuse 12.1 und in Debian ab Squeeze finden. Bei Debian-basierenden Distributionen installiert man sich die Software als root mit dem Befehl apt-get install tintii. Anschließend kann man Tintii über die Konsole oder [Alt]+[F2] mit der Eingabe tintii aufrufen.

Wer sich mit einem Eintrag im Hauptmenü wohler fühlt, kann dies über den Menü-Editor seiner Destop Umgebung machen. Unter Gnome3 geschieht dies über Aktivitäten -> Anwendungen -> -> Hauptmenü, unter zum Beispiel der Kategorie Grafik. Als Befehl im neuen Starter wird tintii eingetragen. Leider bringt das Projekt kein eigenes Icon mit, somit muss auf ein passendes im aktivierten Icon-Theme zurückgegriffen werden. Der Autor des Artikels benutzt auf seinem System das Icon von mtPaint aus dem Theme Faenza.

Auf die Plätze, Farbe, los

Nach dem Start begrüßt einen, ein sehr spartanisch wirkendes Fenster mit den drei Menüpunkten Open,About und Close. Über den ersten Menüpunkt lassen sich Bilder öffnen.

Tintii überfordert seine Nutzer nicht nach dem Start

Sobald das Bild geöffnet wurde, gibt Tintii seine eigentlichen Funktionen frei. In der linken Seite finden sich nun mehrere Schalter in der Spalte Thumbs. Dort lassen sich mehrere Farbkanäle zu- oder abschalten. In der oberen Leiste kann man sein Werk Speichern beziehungsweise den Zoom verändern.

Interessant wird nach kurzer Einarbeitungszeit Auswahlfelder auf der rechten Seite. Dort werden einem wesentlich mehr Möglichkeiten gegeben, die Farbbereiche seines Bildes zu verändern. Im ersten Abschnitt Channel mixer lassen sich die Farbregler verstellen. Je nach Stellung dieser, ändert sich die Intensität der schwarz-weißen Bereiche auf dem Foto. Wird der Regler Green im Beispielbild nach rechts verschoben hebt sich das Gras mehr hervor und der Schatten verschwindet, wird hingegen der Regler Blue nach rechts verschoben hebt sich der Schatten hervor und das Gras tritt in den Hintergrund. Der zweite Abschnitt Colour detection ist für die Farbauswahl zuständig und im dritten Post-processing lassen sich die Sättigung und die Farbnuancen einstellen.

Spieltrieb ausleben

Um ein befriedigendes Ergebnis zu erhalten ist es ratsam mehrere Konfigurationen in den auf der rechten Seite angeordneten Auswahlfeldern durchzuspielen. Sollte man das Maximum aus Tintii herausgeholt haben, aber immer noch nicht zufrieden sein, bietet sich der Export in eines der zahlreich unterstützten Grafikformate an PNG, JPG, BMP, GIF, ICO, PNM und noch einige weitere. Die so exportierten Werke können anschließend beispielsweise unter Gimp oder Pinta den letzten Schliff erhalten. Eine Bildbearbeitungssoftware gibt einem doch mehr Möglichkeiten das Foto zu verändern oder zu verbessern. Was übrigens im Export klappt, kann wird auch beim Import unterstützt

Ein Ansprechender Effekt wird kinderleicht erziehlt

Fazit

Mit Tintii gelingt es wirklich jedem Nutzer in kürzester Zeit sehr ansehnliche Effekte zu generieren. Die so bearbeiteten Fotos lassen sich für individuelle Grußkarten, Weiterver- oder bearbeitung in Grafikprogrammen, wie eingangs schon erwähnt, Gimp, verwenden. Auch als Foto an der Wand im Eigenheim oder als gerahmtes Geschenk zu Weihnachten ist Tintii definitiv einen Blick wert. Tintii ist als eigenständige Anwendung nur für Linux unter der GPLv2 lizenziert. Für Windows oder Mac OS X stellt der Entwickler ein kostenpflichtiges Adobe Photoshop Plugin zum Download bereit.

Das originale Blumenfoto vor der Bearbeitung

Das Blumenfoto nach der Bearbeitung mit Tintii

[1] OpenSuse Photo Repository http://download.opensuse.org/repositories/multimedia:/photo/openSUSE_12.1/multimedia:photo.repo
[2] Tintii im Debian stable Repository http://packages.debian.org/squeeze/tintii
[3] Tintii im Ubuntu Oneiric Repository http://packages.ubuntu.com/oneiric/tintii

showFoto: Die standalone Bildbearbeitung von digiKam

showFoto ist der eigenständige Bildeditor von digiKam, er kommt ohne Bilddatenbank daher. Sehr nützlich, wenn man eine andere Fotoverwaltung mit weniger Funktionen verwendet oder Bilder bearbeiten möchte, die nicht in den Ordnern der digiKam-Albenliste vorhanden sind. Der Bildeditor beinhaltet ausgefeilte Bearbeitungsfunktionen für Laien sowie für fortgeschrittene Nutzer.

Installation

Auf Debian-basierenden System installiert man showFoto über die Kommandozeile:

apt-get install showfoto

Benutzung / Funktionen

Wie schon angesprochen ist showFoto sehr ausgereift im Bezug auf Bildveränderungen zudem zeigt es alle Exif-, Datei- und Bildeigenschaften in einer separaten Spalte auf der rechten Seite an. In der linken Spalte sieht man die geöffneten Bilder und in der Mitte das aktuell zu bearbeitende Bild.

showFoto

Die Funktionsvielfalt sucht im Open Source aber auch im kommerziellen Bereich seinesgleichen, wie z. B.:

Farbeffekte
Automatische Farbkorrektur
Tonwertkurve
Weißabgleich
verschiedene Filter (Kohlezeichnung, Unschärfeeffekte…)
Dekorationen (Text, Rahmen…)
und noch vieles, vieles mehr

showFoto mit Bearbeitungsvorschau

Besonders möchte ich noch die Funktion Verbessern -> Linse -> Automatische Korrektur hervorheben. Hier verbessert showFoto anhand der Kamera- und Objektiv-Informationen automatisch durch vorgefertigte Profile die auftretende optische Verzerrung durch Linsen.

showFoto Korrektur optische Verzerrung

Schlusswort

showFoto ist für jeden (Hobby-) Fotografen einen Blick wert, es bietet ausreichend Optionen, Filter und Korrekturmöglichkeiten an um den eignen Werken die ganze Pracht zu entlocken. Im Artikel habe ich natürlich nur einen sehr kleinen Überblick gegeben, wer mehr wissen will oder sich richtig einarbeiten möchte, dem lege ich einen Blick in das showFoto-Handbuch ans Herz.

Sorry für die miserablen Screenshots, Ksnapshot scheint einen Bug zu haben… :(

Jampal: Schlanker Java-Musikplayer und Tag-Editor

Auf der Suche nach plattformübergreifenden Musikplayern bin ich auf Jampal gestoßen. Eine freie und in Java entwickelte Jukebox nebst Tag-Editor.

Jampal rühmt sich in Version 1.26 folgender Features:

Problemloser Umgang mit sehr großen Musiksammlung
> 40. 000 Titel stellen kein Problem dar
Freie Wahl bei der Organisation der Libary / Playlist
Export der Musiksammlung (jampal-libary) in ein Text- oder Tabellenprogramm
Ausgabe des aktuellen Titels durch synthetische Sprachausgabe
uvm.

Installation

Unter Debian testing und dem kommenden Ubuntu 12.04 precise kann ein Paket aus den Repositories installiert werden.

apt-get install jampal

Da Jampal in Java geschrieben wurde ,ist die Installation für Nutzer anderer Versionen, Distributionen und Betriebssysteme kein Problem. Wenn eine Java-Runtime-Environment installiert ist, lädt man sich die aktuellste Version von der Homepage herunter und entpackt sie an den gewünschten Ort. Anschließen startet man das ganze mit dem Kommando:

java -jar /Pfad/zu/jampal/jampal.jar

Mit diesem Kommando kann über den jeweiligen Menü-Editor auch ein Programmstarter angelegt werden. Die Datei setup.sh funktioniert auf meinem System nicht, deshalb der Aufruf über die Java-Datei.

Oberflächliches

Vom User-Interface ist Jampal sehr einfach gehalten, es überfrachtet einen nicht mit Buttons, Schaltflächen etc., genau das richtige für Puristen. ;) Wer wirklich nur Musik abspielen will, dem wird die Standardkonfiguration völlig ausreichen, wer mehr will kann über Edit->Customize mehr Spalten hinzufügen.

Jampal Standardaussehen

Über den Customize-Dialog lässt sich einiges am Aufbau und “unter der Haube” ändern, hier findet sich z. B. die Einrichtung für die synthetische Sprachausgabe oder auch am Tag-Editor.

Jampal Einstellungsdialog

Tiefgang

Von einer Software mit so einem simplen Aufbau hätte ich nie diese intelligenten Features im Umgang mit Tags und den Dateien erwartet. So lassen sich beispielsweise Libaries in einem Tabellenkalkulationspgrogramm ohne Probleme öffnen. Dazu öffnet man in Gnumeric oder Libreoffice Calc unter /home/Benutzer/.jampal/default.jmp, schon kann man die gesamte Musiksammlung in ein Indexprogramm für Mediendateien exportieren oder anderweitig bearbeiten.

Jampal-Libary in Gnumeric

Auch für das Bearbeiten von Tags und das ausfiltern von Duplikaten bringt Jampal Einstellungen mit. Wie angekündigt bereitet der Umgang mit großen Musiksammlungen keine Bauchschmerzen, Jampal reagiert durchwegs flüssig.

Fazit

Simpler Aufbau, intelligente Features sind wohl das Markenzeichen von Jampal und defintiv einen Blick wert. Nur das fehlen eines Lautstärkereglers im Programm selbst fiel mir bis jetzt negativ auf. Noch konnte ich gar nicht alle Einstellungen und Möglichkeiten testen, da sich unter der einfach gehaltenen Oberfläche doch so mancher Schalter für Feintuning versteckt der darauf wartet entdeckt zu werden. Die Sprachausgabe werde ich mal über die Feiertage einem Test unterziehen. Am Anfang sollte man einen Blick in den User Guide werfen um einen groben Überblick des (versteckten) Funktionumfangs zu erhalten.

vrms: Wie verkommen ist dein (Linux-) System?

Wer noch keinen guten Vorsatz für das neue Jahr hat, sollte sich mal das kleine Paket vrms ansehen. vrms steht für “Virtual Richard M. Stallman” und zeigt einem bei debianbasierenden Systemen Pakete an die nicht als “frei” gelten. Darunter fällt bei Debian z. B. wie der Name schon sagt der Bereich “non-free”.

Installation

apt-get install vrms


Benutzung

trompetenk@tbox:~$ vrms
Non-free packages installed on tbox

firmware-linux Binary firmware for various drivers in the Linux kerne
firmware-linux-nonfree Binary firmware for various drivers in the Linux kerne
unrar Unarchiver for .rar files (non-free version)

Contrib packages installed on tbox

flashplugin-nonfree Adobe Flash Player - browser plugin

3 non-free packages, 0.2% of 1924 installed packages.
1 contrib packages, 0.1% of 1924 installed packages.

So “verseucht” sieht es auf meinem System eigentlich nicht aus.

Trotzdem, wer unfreie Software wie ich installiert hat, schreibt 100x händisch und nicht guttenbergen:

Ich installiere nie wieder Software aus non-free
Ich installiere nie wieder Software aus non-free
Ich installiere nie wieder Software aus non-free

Und Ubuntu-Nuter:

Ich installiere nie wieder Software aus multiverse
Ich installiere nie wieder Software aus multiverse
Ich installiere nie wieder Software aus multiverse

Wie siehts bei Euch aus? ;)

Gefunden via debianforum

foremost: Eine Alternative zu photorec?

Vor einiger Zeit habe ich hier im Blog schon mal kurz photorec vorgestellt. Mit dieser Software lassen sich recht simpel die verschiedensten Dateiformate wiederherstellen.

Im aktuellen Fall muss ich von einer “klackernden” Festplatte mp3-Dateien wiederherstellen. Der Anwender hat zwar vorbildlich Backups von wichtigen Dateien gemacht, nur die Musiksammlung hat er vergessen und zu allem Übel auch noch in der Hitze des Gefechts gelöscht. Da die Platte schon Geräusche von sich gibt, habe ich sicherheitshalber erst einmal ein Image erstellt. Sonst gebe ich immer photorec den Vorzug, diesmal wollte ich aber foremost die Arbeit verrichten lassen.

Installation

Unter Debian und Ubuntu gelingt die Installtion ganz simpel mit

apt-get install foremost

Schon hat man das Forensiktool auf seinem System installiert.

Konfiguration

Installiert ist foremost schon einmal, aber im Gegensatz zu photorec muss man hier in der Konfigurationsdatei /etc/foremost.conf erst händisch die unterstützen Formate freischalten. Die Datei sieht in Auszügen folgender Maßen aus:

#
# Foremost configuration file
#————————————————————————-
# Note the foremost configuration file is provided to support formats which
# don’t have built-in extraction functions. If the format is built-in to foremost
# simply run foremost with -t and provide the format you wish to extract.


#
#wildcard ?
#
# case size header footer
#extension sensitive
#
#———————————————————————
# EXAMPLE WITH NO SUFFIX
#———————————————————————
#
# Here is an example of how to use the no extension option. Any files
# containing the string “FOREMOST” would be extracted to a file without
# an extension (eg: 00000000,00000001)
# NONE y 1000 FOREMOST

#———————————————————————
# SOUND FILES
#———————————————————————
# (NOTE THIS FORMAT HAS A BUILTIN EXTRACTION FUNCTION)
# wav y 200000 RIFF????WAVE
#
# Real Audio Files
# ra y 1000000 \x2e\x72\x61\xfd
# ra y 1000000 .RMF
#
# asf y 8000000 \x30\x26\xB2\x75\x8E\x66\xCF\x11\xA6\xD9\x00\xAA\x00\x62\xCE\x6C
#
# wmv y 20000000 \x30\x26\xB2\x75\x8E\x66\xCF\x11\xA6\xD9\x00\xAA\x00\x62\xCE\x6C
#
# wma y 8000000 \x30\x26\xB2\x75 \x00\x00\x00\xFF
#
# wma y 8000000 \x30\x26\xB2\x75 \x52\x9A\x12\x46
#
# mp3 y 8000000 \xFF\xFB??\x44\x00\x00
# mp3 y 8000000 \x57\x41\x56\45 \x00\x00\xFF\
# mp3 y 8000000 \xFF\xFB\xD0\ \xD1\x35\x51\xCC\
# mp3 y 8000000 \x49\x44\x33\
# mp3 y 8000000 \x4C\x41\x4D\x45\
#———————————————————————

Vor jedem Dateityp steht eine Raute, dies bedeutet der Dateityp ist deaktiviert. Also Raute vor mp3 entfernen und schon kann es losgehen.

Benutzung

Wiederherstellung aus der Abbilddatei:

foremost -t mp3 -i /hier/gehts/zur/Abbilddatei

Anschließend findet man die Dateien unter /home/Benutzer/output. Wer lieber sein eigenes Output-Directory angibt nimmt den Schalter -o

foremost -t mp3 -i /hier/gehts/zur/Abbilddatei -o /mein/output/dir/

Etwas mehr Info zur Benutzung findet man im Artikel des UU-Wikis.

Kurzes Fazit

Ist foremost erst einmal eingerichtet verrichtet es seine Arbeit tadellos. Zuküftig werde ich aber trotzdem weiterhin photorec verwenden, da wesentlich mehr Optionen und unterstützte Dateiformate bietet.

Keine vorinstallierte Ubuntu-Hardware mehr bei Dell?

Langsam wird es wieder Zeit für ein Linux zum auf- und zuklappen, da mein Netbook doch noch eines der ersten Generation ist und ich wieder Filme, (Linux) Spiele usw. unterwegs und im Urlaub in gewohnter Heimrechner-Qualität genießen möchte. Also ab in die Weiten des Webs zur Entscheidungshilfe bei der Auwahl meines zukünftigen mobilen Begleiters.

Auf meiner Suche im Web nach Onlineshops mit Linux-Notebooks bzw. Notebooks ohne vorinstalliertes Windows, bin ich, wie eigentlich zu erwarten, auf das Ubuntu Angebot von Dell gestoßen. Hier auf der speziell für Ubuntu angelegten Seite wird versucht dem Leser Linux (Ubuntu) schmackhaft zu machen. Man findet dort eine Top Ten – Liste, was man über Ubuntu wissen sollte. So weit so gut, der Köder ist ausgelegt, die Fische müssen nur noch anbeißen.

Eigentlich alte Kamellen dachte ich mir, aber nun gut sie haben mich an der (Angel)Leine, mal sehen was mir Dell an Hardwareauswahl anbietet.

Sehr übersichtliche Hardwareauswahl

Sehr übersichtliche Hardwareauswahl

Dell scheint seinen Online-Shop einem Interface-Lift unterzogen zu haben, jedenfalls wird man bei der Hardwareauswahl definitiv nicht überfordert. Keine Angebote zu Ubuntu, dafür aber ein Hinweis, dass Dell Windows und den “sicheren” IE9 empfiehlt. Was diese Werbung MS wohl an Schmiergeld gekostet haben wird? Schon traurig, dass sich manche Lobbyarbeit im negativen Sinn auszahlt…

Weder in einschlägigen Online-Medien noch in den Blogs habe ich bisher etwas mitbekommen, dass Dell sich aus dem Ubuntu-Geschäft zurückzieht. Gehts nur mir so, hab ich was verpasst, oder bin ich nur nicht fähig zu googeln? An Dells Stelle hätte ich das Angebot dann lieber ganz von meinen Servern entfernt.

Ubuntu 11.10 mit “built-in virus protection” – Jetzt Virenscanner Onboard?

Neugierig geworden durch Canonicals aktuelle Pläne, Ubuntu aggressiver Unternehmenskunden schmackhaft zu machen, 5-Jahres-Support für die LTS-Version etc., habe ich mir die Features der neusten Version von Ubuntu 11.10 auf der Homepage angesehen.

Folgender Satz sprang mir dabei gleich ins Auge

“A built-in firewall and virus protection come as standard”

Was? Viren-Schutz als Standard, wurde ClamAV oder irgendein anderer
Virenscanner in die Standardsoftwareauswahl aufgenommen?

Etwas weiter unten wird Stichpunktartig auf die Security-Features eingegangen:

Automatic security updates
Defence against viruses
Anti-phishing
File encryption
Password protection
Built with security in mind

Hier ist jetzt die Rede von einem Schutz gegen Viren, kein Hinweis auf einen Virenscanner. Eigentlich, das was die meisten Linux Distributionen an Standard-Schutz bieten. Also habe ich kurzer Hand Google bemüht und bin auf einen Eintrag bei askubuntu.com gestoßen. Hier wird der “Eingebaute Virenschutz” erklärt, frei übersetzt:

- Die installation von Software funktioniert nur als Superuser (root), zusätzlicher Schutz durch Apparmor.
- Sicheres Software-Repo-Model, auch durch den Test der Softwarepakete durch Maintainer
- Getestete Software durch den offenen Quellcode, dadurch weniger Bugs.
- Schnelle Software-Patches.

und noch mehr Punkte wie Checksummen etc. werden weiter unten auch aufgeführt.

Also nix mit Virenscanner. In der Regel ist auf einem reinen Linux-System bis Dato auch kein Scanner von Nöten. Nichtsdestotrotz finde ich die Phrase “built-in.. virus protection” grenzwertig, auch wenn sie wohl hauptsächlich marketingtechnischen Gründen geschuldet sein wird. Dem unwissenden Leser wird hier mehr eine eingebaute Antiviren-Lösung suggeriert, gerade da sich Ubuntu an Anfänger bzw. Umsteiger richtet. Besser fände ich persönlich “secure by default” oder etwas in dieser Richtung.

Fazit

Also kein eingebauter Virenscanner, sondern “secure” nach bestem Wissen und Gewissen. ;)

Kurze persönliche Meinung zum aktuellen Kursschwenk:
Persönlich begrüße ich den Schwenk des Supports der LTS-Version auf 5 Jahre, Unternehmens- und Privatkunden denen Stabilität wichtiger wie neuese Features sind, bekommen nun zu Redhat Enterprise, Suse Linux Enterprise und Debian Stable eine zusätliche Alternative ab Ubuntu 12.04. Die 12.04 werde ich mir auf jeden Fall auf einem meiner Systeme installieren und ausgibig testen. :)

Kurztipp: Software unter Debian / Ubuntu ohne empfohlene Pakete installieren

Manchmal ist es nützlich bzw. wird es gewünscht, dass Software ohne die von der Paketverwaltung empfohlenen Pakete installiert wird.

Dies ist unter Debian / Ubuntu folgender Maßen möglich:

apt-get install --no-install-recommends Software

oder:

aptitude install --without-recommends Software

Man kann diese “Option” auch dauerhaft einschalten, indem man in der apt.conf folgende Zeilen ergänzt:

APT::Install-Recommends "0"
APT::Install-Suggests "0"

Hier ist ein Beispiel im debianforum zu finden, wie sich das ganze auswirkt.

Anregung via Debianforum

Tabuntu: Ubuntu für Tablets

Erstmals ist es gelungen ein Ubuntu neben dem vorhandenen Android auf einem Samsung Galaxy Tab zu installieren. Dazu wurde mittels Root-Zugang eine Chroot-Umgebung eingerichtet aus der Tabuntu gestartet wurde, zur Realisierung wurde ein VNC-Server und Busybox eingerichtet.

Der Vorteil bei einem “echten” Linux auf einem Tablett liegt natürlich darin, dass Linuxanwendungen verwendet werden können. Man ist somit nicht mehr gezwungen ausschließlich Android-Apps zu nutzen.

Wers ausprobieren oder mehr darüber erfahren will, findet die Downloads, Anleitung, Bild- und Videomaterial auf der Seite der “Entwickler” galaxytabhacks.com

Das System soll weiterentwickelt werden, mal sehen wann auch andere Projekte nachziehen. Der Anfang für Linux auf Tablets ist gemacht! :)

Schutz der Privatsphäre: Unter Linux IPV6 Privacy Extensions aktivieren

In einem Artikel auf heise.de bin ich auf die Problematik der “fehlenden” Privatsphäre, welche die Aktvierung von IPV6 mit sich bringt, aufmerksam geworden.

Kurz zusammengefasst ist die Problemstellung folgende:
Wird bei aktivierter automatischer Konfiguration der IPV6-Adresse, verfahrensbedingt die MAC-Adresse in die globale IPV6-Adresse aufgenommen. Hierdurch kann man eindeutig im Netz identifiziert werden.

So ganz blick ich das Verfahren noch nicht, ich muss mir den Artikel noch 10 mal durchlesen ;)

Dieses “Feature” ist standardmäßig bei den Linux Distributionen aktiviert, lt. dem Heise-Artikel können unter Debian,Ubuntu und Fedora die sog. Privacy Extensions wie folgt manuell eingeschalten werden. Dadurch wird die IPV6-Adresse anhand von zufälligen Daten generiert:

Dazu in der Datei /etc/sysctl.conf für jede! Netzwerkkarte einen Eintrag mit der Zeile net.ipv6.conf.NETZWERKKARE.use_tempaddr = 2 einfügen.

Das sieht dann z. B. so für Ethernet aus:

net.ipv6.conf.eth0.use_tempaddr = 2

und für Wlan:

net.ipv6.conf.wlan0.use_tempaddr = 2

Oder man setzt den Wert über die Shell als Root mittels:

sysctl net.ipv6.conf.wlan0.use_tempaddr=2
Die genaue Bezeichnung seiner Netzwerkkarten findet man in der Datei /etc/network/interfaces

Update:
Bei Nutzern des Networkmanagers ist die interfaces leer, hier kann man sich beispielsweise mit den Kommandos

ifconfig -> Ethernet
iwconfig -> Wireless

behelfen

Bei Ubuntu muss man unter /etc/sysctl.conf noch zusätzlich zu o. g. Zeilen die Zeile net.ipv6.conf.default.use_tempaddr=2 eintragen

Auf jeden Fall sollte man sich den Artikel auf heise.de zu Gemüte führen, dort wird das IPV6-Verfahren ausführlich erklärt und zusätzlich auf alle gängigen Betriebssystemen eingegangen (Linux, Windows, Mac OSX, Android und iOS).

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