Archiv für 10. Oktober 2009

Aqemu – Virtuelle Maschinen grapisch verwalten

Auf der Suche nach freien Alternativen zu Virtualbox bin ich auf Aqemu, ein grapisches QT4-Frontend für qemu gestoßen. Da ich qemu schon auf der Kommandozeile kannte, hab ich hin und her überlegt ob ich es überhaupt installieren soll… 😉

Nachdem die Neugierde doch überwog, hab ich über apt das Paket aqemu installiert. Ich war gleich angenehm überrascht, mit allen Abhängigkeiten (inkl. qemu) wurden nur ca. 8 MB Platz nach der Installation belegt. Nach dem Start der Software begrüßte mich ein Fenster, das ähnlich wie das von Virtualbox aussieht. Also schon mal keine große Umgewöhnung zu meiner jetzigen Virtualisierungslösung. 🙂 Eins vorweg, leider gibt es noch keine deutsche Lokalisierung für Aqemu unter Sid.

Einstellungsfenster

Einstellungsfenster

Um eine Virtuellemaschine einzurichten viel meine Entscheidung auf den Wizard. In ein paar Schritten lässt sich kinderleicht eine neue Maschine samt virtueller Festplatte einrichten. Dabei ist die Generierung der virtuellen Platte unter Aqemu viel schneller als unter Virtualbox erledigt. Kein ewig langes warten bis eine 10 GB Platte eingerichtet/erstellt ist, nach dem Klick auf Apply ist die Machine bereit. Was ich auch toll finde, eine Netzwerkverbindung von der virtuellen Netzwerkkarte zur realen klappt auf Anhieb.

Da nun eine Netzwerkverbindung besteht habe ich über den Reiter „Device Manager“ die neueste Version von Frugalware Netinstall direkt aus der ISO-Datei installiert. Hier seht selbst, Installation von Frugalware unter Aqemu:

Aqemu Frugalware Installation

Aqemu Frugalware Installation

Nun läuft Frugalware unter (A)qemu anstandslos. Bedingt durch den geringeren Speicherverbrauch (Fesplatte), der schnellen Einrichtung und der intuitiven GUI wird Aqemu, Virtualbox auf meinem Schleppi ablösen. 😀 Das einzige was mich jetzt noch stört ist der fehlende USB-Support, dazu müsste ich mir einen neuen Kernel backen… Mal gucken, wenn ich mal die Muße dazu habe mach ichs vielleicht. 😉

Tucan ein JDownloader Ersatz?

Grafische Tools zur Verwaltung von One-Click-Hostern gibt es unter Linux leider noch nicht so viele. Über den Platzhirsch JDownloader hab ich bereits einen kleinen Eintrag verfasst. Heute werfe ich einen Blick auf die Software Tucan, welche in den Paketquellen Eurer Lieblingsdistribution vorhanden sein sollte.

Tucan ist eine in Python geschriebene Software zur Verwaltung von Downloads der Seiten Rapidshare, Megaupload, Filefactory etc. Die unter der GPL stehende Software unterstützt in ihrem frühen Entwicklungsstadium sogar die CAPTCHA-Erkennung.

1. Installation

Zur Installation gibt es eigentlich nicht viel zu sagen, da die Software bei Archlinux, Debian (testing, unstable), Fedora und Ubuntu (Karmic) bereits als fertiges Paket vorliegt. Wenn man es über seinen Paketmanager einspielt werden daher alle Abhängigkeiten automatisch aufgelöst.

2. Start und Einrichtung

Gestartet wird die Software unter KDE4 über Programme->Netzwerk->Tucan
Nach dem die Software wirklich schnell geladen wurde, begrüßt einen der Einstellungsdialog mit drei Reitern:

Allgemein
Einstellung der Sprache, der Down- und Uploadgeschwindigkeit und des Speicherorts für die Dateien

Servicekonfiguration
Freischaltung der One-Click-Anbieter

Erweitert:
(geringe) Möglichkeiten zum Feintuning

Einstellungsdialog

Einstellungsdialog

Nachdem man seine Einstellungen vorgenommen hat, ist man schon mitten in der Tucanoberfläche.

Startbildschirm

Startbildschirm

3. Funktionen

Der Funktionsumfang ist noch stark verbesserungsbedürftig. Es gibt derzeit lediglich die Möglichkeit einzelne Links einzufügen. Die Funktion zum einfügen von Updloads wurde in die aktuelle Version 0.3.8 alpha noch nicht implementiert.

Vorteile ggü. JD:
– weniger aufgebläht, nur ca. 8 MB mit allen Abhängigkeiten / Kein Java nötig
– super schneller Programmstart

Nachteile ggü. JD:
– viel weniger Funktionen
– nicht die Einstellungstiefe wie JD
– kein Support für Container-Dateien (für mich Ausschlusskriterium)
– kleinere Auswahl an unterstützten One-Click-Hostern
– fehlende Verwaltung von Premiumaccounts

Mein Fazit, das ich nach meinem Test ziehe ist durch aus positiv, gerade in Anbetracht des frühen Entwicklungsstandes. Die Hauptfunktionalität ist gegeben, man kann einzelne Links komfortabel über eine GUI verwalten und downloaden. Die Software läuft bei mir unter Sid ohne Abstürze oder Bugs. Für One-Click-Poweruser ist die Software definitiv nichts, da keine Container unterstützt werden. Für Gelegenheitsuser ist Tucan trotz seiner Alphaversion auf jeden Fall einen Blick wert.