Tucan ein JDownloader Ersatz?

Grafische Tools zur Verwaltung von One-Click-Hostern gibt es unter Linux leider noch nicht so viele. Über den Platzhirsch JDownloader hab ich bereits einen kleinen Eintrag verfasst. Heute werfe ich einen Blick auf die Software Tucan, welche in den Paketquellen Eurer Lieblingsdistribution vorhanden sein sollte.

Tucan ist eine in Python geschriebene Software zur Verwaltung von Downloads der Seiten Rapidshare, Megaupload, Filefactory etc. Die unter der GPL stehende Software unterstützt in ihrem frühen Entwicklungsstadium sogar die CAPTCHA-Erkennung.

1. Installation

Zur Installation gibt es eigentlich nicht viel zu sagen, da die Software bei Archlinux, Debian (testing, unstable), Fedora und Ubuntu (Karmic) bereits als fertiges Paket vorliegt. Wenn man es über seinen Paketmanager einspielt werden daher alle Abhängigkeiten automatisch aufgelöst.

2. Start und Einrichtung

Gestartet wird die Software unter KDE4 über Programme->Netzwerk->Tucan
Nach dem die Software wirklich schnell geladen wurde, begrüßt einen der Einstellungsdialog mit drei Reitern:

Allgemein
Einstellung der Sprache, der Down- und Uploadgeschwindigkeit und des Speicherorts für die Dateien

Servicekonfiguration
Freischaltung der One-Click-Anbieter

Erweitert:
(geringe) Möglichkeiten zum Feintuning

Einstellungsdialog

Einstellungsdialog

Nachdem man seine Einstellungen vorgenommen hat, ist man schon mitten in der Tucanoberfläche.

Startbildschirm

Startbildschirm

3. Funktionen

Der Funktionsumfang ist noch stark verbesserungsbedürftig. Es gibt derzeit lediglich die Möglichkeit einzelne Links einzufügen. Die Funktion zum einfügen von Updloads wurde in die aktuelle Version 0.3.8 alpha noch nicht implementiert.

Vorteile ggü. JD:
– weniger aufgebläht, nur ca. 8 MB mit allen Abhängigkeiten / Kein Java nötig
– super schneller Programmstart

Nachteile ggü. JD:
– viel weniger Funktionen
– nicht die Einstellungstiefe wie JD
– kein Support für Container-Dateien (für mich Ausschlusskriterium)
– kleinere Auswahl an unterstützten One-Click-Hostern
– fehlende Verwaltung von Premiumaccounts

Mein Fazit, das ich nach meinem Test ziehe ist durch aus positiv, gerade in Anbetracht des frühen Entwicklungsstandes. Die Hauptfunktionalität ist gegeben, man kann einzelne Links komfortabel über eine GUI verwalten und downloaden. Die Software läuft bei mir unter Sid ohne Abstürze oder Bugs. Für One-Click-Poweruser ist die Software definitiv nichts, da keine Container unterstützt werden. Für Gelegenheitsuser ist Tucan trotz seiner Alphaversion auf jeden Fall einen Blick wert.

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