Anonymisierte Suchanfragen bei Google etc.

Wer sich ein bisschen mit dem Thema Suchmaschinen und Privatsphäre auseinander setzt, merkt recht schnell, dass bei manchen Suchmaschinen viele Daten über einen selbst gesammelt werden.
Dies dient meist dazu um die Suchtreffer „besser“ zu machen oder simpel dafür gezielter Werbung schalten zu können.

Lasst Euch einfach mal das Video von Eric Schmidt, einem Vorstandschef, auf der Zunge zergehen. ( Bei Planeten kann es sein, dass das Video nicht angezeigt wird, dann bitte auf meinen Blog klicken)

Zum Thema gibt es im Netz noch ein „paar“ Videos und Artikel zu finden. Ich denke spätestens jetzt sollte man für das Thema sensibilisiert sein.

Eine Möglichkeit das Daten sammeln zu umgehen, ist Suchmaschinen zu verwenden, die nichts (wenig) über einen selbst loggen.
Zwei Vertreter möchte ich mal kurz vorstellen:

Scroogle

Die wohl bekannteste Suchmaschine ist Scroogle
Erläuterung von Wikipedia:

Scroogle ist ein Webdienst für die Suchmaschine Google, der die IP-Adresse des Benutzers verschleiert, indem er als Proxy fungiert.

Scroogle umgeht Googles Logging und langfristige Speicherung der Nutzeraktivitäten mittels Cookies oder IP-Adressen. Des Weiteren wird bei Google-Suchen die Werbung ausgeblendet. Es werden 28 Sprachen für die Suche unterstützt, für Firefox ist ein Scroogle-Plugin verfügbar[4]. Des Weiteren kann man Scroogle auch mit SSL-Verschlüsselung nutzen[5]

Die Seite wurde im April 2003 vom Google-Kritiker Daniel Brandt erstellt [3][2], der mit dem Sammeln von Informationen über das Benutzerverhalten durch Google unzufrieden war. Nach eigener Aussage löscht der Betreiber alle Logs wöchentlich und speichert eingegebene Suchbegriffe nicht benutzerbezogen [6].

Die Rechte liegen bei dem gemeinnützigen Unternehmen Public Information Research Inc., das auch Google Watch betreibt.

Für Firefox / Iceweasel gibt es ein Scroogle-Plugin.
Nutzer von Opera können unter Extras -> Einstellungen -> Suche -> Hinzufügen
Mit einfügen des Links http://www.scroogle.org/cgi-bin/nbbw.cgi?Gw=%s und z. B. dem Kürzel „s“, die Suchmaschine hinterlegen.

Scroogle Opera

Scroogle Opera

ixquick

Etwas unbekannter ist die Metasuchmaschine ixquick aus den Niederlanden.

Erläuterung von Wikipedia:

Ixquick ist eine aus den Niederlanden stammende Metasuchmaschine, die sich freiwillig verpflichtet, private Daten von Nutzern nicht zu erfassen oder zu speichern. Zur Verfügung steht auch eine geschützte Anfrage per SSL-Verbindung.

Ixquick wurde 1998 von David Bodnick gegründet (Bodnick ist Ixquicks führender Technologe). Die Firma gehört der Surfboard Holding BV, welche die Suchmaschine im Jahr 2000 gekauft hat. Ixquick hat ihren Sitz in New York und den Niederlanden. Das Geschäftsmodell basiert auf dem Verkauf von kontextbezogener Werbung (Sponsoren-Ergebnisse).[1]

Laut Selbstauskunft werden die Logdateien mit den anwenderbezogenen persönlichen Daten nach spätestens 48 Stunden gelöscht, um einen optimalen Datenschutz gewährleisten zu können. Um diesen Datenschutz weiter zu verbessern, wurde die Speicherung von maximal 48 Stunden auf Null reduziert.[2] Vorher sollte durch Überschreiben der Logdateien mit neuen Logs ein eventuelles Rekonstruieren verhindert werden und somit sicher gestellt werden, dass nicht mehr auf den Nutzer geschlossen werden kann. Die genannte befristete Speicherung der Daten fand zum Zwecke der Analyse und zur Erstellung von Statistiken statt; ebenso sollte Missbrauch verfolgbar sein.[3]

Im Rahmen der Jubiläumsveranstaltung zum 30-jährigen Bestehen des Landesdatenschutzgesetzes Schleswig-Holstein wurde am 14. Juli 2008 vom Europäischen Datenschutzbeauftragten Peter Hustinx das erste Europäische Datenschutzgütesiegel an die Meta-Suchmaschine ixquick.com verliehen.[4] Am 28. Januar 2009 erhielt Ixquick die Bestnote „ausgezeichnet“.

Laut Selbstdarstellung ist Ixquick „die leistungsstärkste Metasuchmaschine der Welt“. Es ist möglich, eine erweiterte Syntax zu nutzen. Die Suchmaske steht dem Anwender in 17 Sprachen zur Auswahl.

Ixquick kombiniert mehrere Suchmaschinen, um relevante Ergebnisse zu erzielen. Dabei werden die relevanten Ergebnisse durch ein Sternsystem gekennzeichnet. Jedem Ergebnis wird ein Stern pro Suchmaschine zugeteilt, die das Suchergebnis unter den zehn besten Resultaten bewertet hat (comparative analysis algorithm). Ein mit fünf Sternen gekennzeichnetes Suchergebnis bedeutet, dass bei fünf Suchmaschinen dieses Ergebnis unter ihren besten zehn Platzierungen auftaucht.

Mit ihr kann nicht nur das Standard-Internet durchsucht werden, sondern es ist auch eine Telefonbuch- und Bildersuche möglich. Die Ixquick-Symbolleiste bietet neben den üblichen Suchfunktionen die Möglichkeit, auf einer unstrukturierten Website nach Informationen zu suchen, einen Popup-Blocker oder es können Smileys in E-Mails hinzugefügt werden. Persönliche Einstellung können angepasst und die Sprache gewechselt werden. In der Grundeinstellung sind – derzeit unwirksame – Jugendschutz-Filter zugeschaltet.

Für weitergehendes Suchen und um persönliche Einstellungen vorzunehmen, setzt Ixquick JavaScript voraus. Zugriffszeiten sowie persönliche Einstellungen werden in Cookies hinterlegt.

Für ixquick gibt es mehrere Plugins für Firefox / Iceweasel.

Viel Spaß beim anonymisierten Suchen.🙂

  1. Sehr praktisch, aber bevor ich das mache müsste ich mir einen anderen Mailserver (für @pspwiki.ch Mailadressen) suchen, meinen Mailadresse (nicht @pspwiki.ch) ändern, aufhören Google Analytics zu verwenden, bei der Gelegenheit auch gleich aufhören Youtubevideos anzuschauen, da das garantiert auch geloggt wird…

    • Schon aufgegeben? Schade. Ich habe es noch nicht für nötig befunden, mir ein Google-Konto anzulegen; Mail-Anbieter gibt es zum Glück wie Sand am Meer (zur Not bezahlt man halt ein paar Cent). Statt Google Analytics könnte man z.B. Piwik verwenden. Die meisten Youtube-Videos lassen sich auch ohne Konto ansehen. Zur Not findet man ansonsten vielleicht einen passenden Account bei Seiten wie Bugmenot u.ä.

      Ich benutze Scroogle zugegebenermaßen selbst auch nicht so gern. Das versprüht imho immer so einen Hauch von 1998 (mageres Argument, ich weiß), da lasse ich mir die Ergebnisse lieber direkt von Google geben. Natürlich nur mit deaktivierten Cookies, deaktiviertem JavaScript und mit aktivem Werbeblocker.

      Die Firefox-Erweiterungen „Cookie Whitelist, with Buttons“, „Adblock Plus“ und „NoScript“ helfen mir dabei, dies sehr bequem zu arrangieren.

      Ich würde die Sache also nicht so pessimistisch angehen, T4b! Sich völlig kampflos dem Google-Monopol zu beugen, ist doch irgendwie langweilig.😉

    • marco-m-aus-f
    • 17. Januar 2010

    Noch eine Möglichkeit: Die peer-to-peer- Suchmaschine Yacy.
    http://yacy.net/
    Kein zentraler Server, keine zentralen Logs. Da wird auch das zensieren ziemlich schwer…

    • beatlepilz
    • 17. Januar 2010

    Ich habe mich unter anderem aus Privatsphäre Gründen von Google fast vollsändig verabschiedet. Nur mein Youtube Account ist noch da. Als Suche nutze ich forestle.de, eine Suche die pro Suchanfrage 0,1 m² Regenwald schützt (das ist durch offenliegende Spendennachweise gesichert) und nebenbei noch nur Ökostrom nutzt. Genutzt wird dabei die Suche von Yahoo.
    Insgesamt sortiert Forestle die Ergebnisse etwas anders als Google ist aber meiner Meinung genau so gut.

      • leskris
      • 17. Januar 2010

      Ich verwende seit einiger Zeit http://ecosia.org/ . Das Konzept ist ziemlich das gleiche, das Service nutzt die Suche von Yahoo und bing und 50% der Einnahmen gehen an Ecosia und laut deren Angaben schützt man damit 2m² Regenwald.

      Es gibt für diese Suche auch ein Plugin für verschiedene Browser.

    • ubuuser32
    • 17. Januar 2010

    Schöner Artikel, die Standardsuche in Chromium hab ich gleich mal auf Scroogle umgestellt. Aber sonst werd ich wohl Trotzdem weiter bei Google bleiben, das Layout ist einfach besser. Außerdem müsst ich ja konsequenterweise als erstes meine Googlemail-acconts beseitigen. Aber gibt es denn Vergleichbare Services? Mails mit Werbung wie Web.de zu verschicken finde ich ein Unding.
    Das Problem an Google ist hauptsächlich, dass sie einfach absolute Spitzenprodukte anbieten. Der Preis dafür ist Werbung, für die benötigt man Benutzerdaten, die demzufolge auch zum Preis dazugehören. Also ist es irgendwie auch nicht machbar, dass alle auf so Dienste wie Scroogle umstellen, würde nicht funktionieren.
    Hab die andere Suchmaschiene probiert, für mich sind die Suchergebnisse leider nicht halb so brauchbar wie googles. Und da sie auf Google und co. basiert, ist das ja auch keine Dauerlösung.
    Sehr interessant finde ich dagegen http://www.cuil.com, das Konzept gefällt mir wirklich sehr gut. Die hat es wenigstens in meine Lesezeichen geschafft, und das Layout ist wirklich wow. Aber auch hier bekomme ich meist für mich weniger nützliche Ergebnisse, sie sind höchstens manchmal interessanter.

    • ich
    • 17. Januar 2010

    @T4b… naja deine Antwort hier wurde ja auch ge(b)logt😛

    • jug
    • 17. Januar 2010

    Man muss nicht unbedingt ein Suchplugin verwenden. Man kann einfach einen Bookmark anlegen, zum Beispiel auf http://www.scroogle.org/cgi-bin/nbbw.cgi?Gw=%s Anschließend öffnet man die Einstellungen dieses Bookmarks und fügt ein Schlüsselwort (Keyword) – zum Beispiel „s“ – hinzu.
    Noch schneller geht es, wenn man die Suchseite öffnet, einen Rechtsklick auf das Suchfeld macht und dort ein Schlüsselwort für diese Suche hinzufügt.

    Danach kann man direkt in die Adresszeile klicken und das Schlüsselwort gefolgt vom Suchbegriff eintippen. Beispielsweise: „s Trompetenkäfer“ sucht nach dem Begriff Trompetenkäfer bei Scroogle, „imdb up“ sucht nach dem Film Up in der imdb … usw.

    Vorteil dieser Schlüsselworte ist mMn, dass nicht dauernd im Suchfeld rumgeklickt werden muss um das richtige Suchplugin auszuwählen. (Mit der F6-Taste kommt man im Firefox schnell in die Adressleiste)
    Nachteil: man muss sich die Kürzel für die Suchmaschine merken, aber das können die Anfangsbuchstaben der Webseite sein, die leicht zu merken sind.

    ~jug

  2. Seit über einem Jahr wickle ich allgemeine Suchenanfragen nur noch über ixquick ab und bin wirklich zufrieden. Ich werde gleich mal den Tipp von jug ausprobieren.
    LG mari*us

    • grunge
    • 17. Januar 2010

    http://www.cuil.com ist evtl auch eine Alternative. Ich benutze die Suchmaschine gerne gerade, wenn ich nach Linux- und Open-Source-Themen (Programmierung) suche. Liefert oft ganz gute Ergebnisse. Auch die Präsentation der Ergebnisse finde ich recht hübsch. Was dies betrifft, konnte ich mich eh nie für google erwärmen🙂.

    • bitletech
    • 17. Januar 2010

    Das sich ein Unternehmen an gesetzliche Vorgaben halten muss ist jetzt aber nicht wirklich neu oder? Da muss sich selbst Google dem Patriot Act beugen.

    • Klar muss wohl jeder in Ami-Land.
      Aber das kommt Google ja ganz gelegen, die finanzieren sich ja hauptsächlich durch Werbung…

    • Fraenk
    • 17. Januar 2010

    Cuil war bislang nicht bekannt. Danke für den Hinweis!🙂
    Ansonsten meide ich google und nutze in erster Linie:
    ixquick, hulbee, forstle , metager² und scroogle

  3. Für alle, die unbedingt bei Google bleiben wollen und Firefox nutzen empfehle ich das Addon OptimizeGoogle! Damit sucht und surft man wie gehabt: „Protects your privacy: Removes click tracking and does not send tracking information (Google Analytics and Unique UID).“ -> https://addons.mozilla.org/en-US/firefox/addon/52498

    • Ablufu
    • 17. Januar 2010

    Ich kann auch http://www.etools.ch empfehlen. Nicht von der Endung abschrecken lassen. Es laesst sich international oder laenderspezifisch bzw in verschiedenen Sprachen suchen. Und da die Ergebnisse aus verschiedenen Quellen kommen sind diese sehr gut.

      • Charlie
      • 19. Januar 2010

      Danke für den Tipp, eTools.ch ist wirklich absolute Spitze! Sucht in Google, Bing, Yahoo, Ask, Cuil und vielen weiteren GLEICHZEITIG!!!

    • nocomment
    • 18. Januar 2010

    Wer loggt den hier mein email? Und was hat dass auf dem UU.de Planeten zu suchen

  4. Ich sehe das Problem bei Scroogle und ähnlichen Diensten darin, dass man auch nicht sagen kann wie die mit den Daten umgehen. Klar behaupten sie nichts zu speichern und so, aber ob sie es wirklich nicht machen weiß auch keiner. Von daher legt man sein Vertrauen nur in andere Hände.

    Im Endeffekt muss jeder für sich selbst entscheiden wem er mehr vertraut, aber so einfach wie es hier dargestellt wird (Scroogle benutzen und nichts wird gespeichert) ist die ganze Geschichte halt nicht.

    Viele Grüße
    zimon

    • Du hast natürlich recht, 100%ig sicher sein kann man sich natürlich nie…

      Grüße
      trompetenkaefer

  5. interessante infos danke
    gruss regido

    • NixZen
    • 19. Januar 2010

    Kann jeden nur das Buch “ Die Google Falle“ empfehlen.
    Übrigends ist wordpress nicht auch mit Google Analytics verbunden?
    Man muss nicht mit google suche um von google gegoogelt zu werden, eine Vielzahl von Seiten nutzen google Analytics.
    Hier noch ein spannender Artikel aus der FAZ:
    http://www.faz.net/s/Rub117C535CDF414415BB243B181B8B60AE/Doc~E38A2F6DD0A734EB789AAD27EDE6F9A35~ATpl~Ecommon~Scontent.html

  1. No trackbacks yet.

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: