Open Source für die kommerzielle Selbstbeweihräucherung

Mit Open Source Software wird ja leider allerhand Schabernack getrieben, wie z. B. die kostenpflichtigen Downloads für das freie (free as in freedom) OpenOfficeOrg. Viele Anbieter erwecken teils den Eindruck, dass man für freie Software (oft als Profisoftware tituliert) zahlen muss. Gestern bin ich beim schmökern im Zeitungskiosk auf eine neue Variante gestoßen… In der aktuellen Ausgabe der (Profi- ;)) Computerzeitschrift com! prangt auf dem Cover direkt auf einer abgebildeten PartedMagic-CD ein Stern mit der Aufschrift „Gratis für com!-Leser“. Für mich erweckt dieses Cover den Eindruck, dass für das kostenlose! PartedMagic im Normalfall gezahlt werden muss und nur com!-Leser kämen jetzt in den Genuss von PM für Lau, wenn sie die Zeitschrift erwerben.

Oder wie seht ihr das? Eure Meinungen würden mich interessieren! Kann man so etwas unterbinden?

Ich habe eigentlich ein schlechtes Handyfoto von dem Cover gemacht, aber com! bietet das Cover als PDF auf der Homepage an, also seht selbst…

    • goto
    • 23. März 2010

    Die haben auch „Exklusiv! Alle Infos zum neuen Browser Firefox 4.0″…
    Was will man da erwarten?

    • Päde
    • 23. März 2010

    Ohne solch ein Cover würde diese Zeitung vermutlich niemand kaufen. Mit dem Inhalt werden sie ja wohl nicht punkten können.

  1. Es ist ja nicht falsch, was sie da sagen. Es ist für com! Leser gratis. Stünde dort „Gratis nur für com! Leser“, dann wäre es was anderes.
    Aber mal ehrlich, diese Zeitschrift erscheint mir eh wenig seriös, so what!
    Das ganze Cover ist eine Beleidigung für jeden vernünftigen Menschen😉

    • Schreiberling
    • 23. März 2010

    Es ist vollkommen legitim FOSS kostenpflichtig anzubieten — wer das unterbinden will, hat grundlegend etwas nicht verstanden.

    • Klar kann man OSS kostenpflichtig anbieten, nur in welchem Zusamenhang man die Software anbietet bzw. diese bewirbt, das ist nicht egal. Z. B. wie hier im vorliegen Fall wird der Eindruck erweckt, dass generell auf diese Software Geld entfällt…

    • Quatschkopp
    • 23. März 2010

    Das Cover ist doch gegenüber anderen Windows-Zeitschriften noch harmlos, auch in übrigen gegenüber so manchen Linux-Magazin (siehe „Linux Intern“: http://www.pcpraxis.de/index.php?option=com_hefte&task=detail&id=7&Itemid=85/ ).

    Ich muss trompetenkaefer Recht geben. Es wird der Eindruck erweckt, dass ein lizenzkostenpflichtiges Tool der Zeitschrift bei liegt und das ist ja wohl nicht im Sinne des OpenSourceGedanken. Andernfalls ist es vielleicht aus diesem Grunde doch: Leute, die bisher gegenüber OpenSource negativ eingestellt waren, werden nun anderweitig überzeugt.

  2. In meinen Augen ist es nicht so dramatisch, weil die Zielgruppe dieser Zeitung ist nunmal der DAU und nicht der versierte Computermensch, wie hier oder generell in der Linux Welt. Und gerade dort merkt man, dass es den Leuten schwer fällt Software zu finden auch wenn es diese kostenlos als OpenSource im Internet gibt. Außerdem spielt, denke ich die Angst vor Viren bei Downloads aus dem Internet eine Rolle und man hört ja immer wieder von abzocken…

    Und wenn wir mal ehrlich sind ist das kein Einzelfall.

    Gerrit

    • Gerade den unbedarften Computernutzern, sollte man die Philosophie von Open Source näher bringen. Eben, dass gute Software nicht zwingend mit kommerziell / kostenpflichtig zu verbinden ist.

    • Lorag
    • 23. März 2010

    Eigentlich ist es sogar nur für Com!-Käufer gratis. Aber so ganz falsch ist es ja nicht, immerhin muss sich der treue Com!-Käufer die CD nicht selbst brennen. Wobei das natürlich eine Unweltsauerei ist. Viel besser wäre doch nur für die interessierten Leser einen Download anzubieten.😉

    • rjzkudtrh
    • 23. März 2010

    Ist schon eine gewisse Leserverarsche, aber das gilt genaugenommen für die ganze Zeitschrift. Verboten ist es nicht, das tool ist ja gratis. Und wer sich nach dem Kauf drüber ärgert, lernt vieleicht (die Hoffung stirbt zuletzt) Werbeversprechen zu hinterfragen.

    • Christian
    • 25. März 2010

    Ich bin schon der Meinung, dass es eine gewisse Abzocke ist, denn für den nichtwissenden Laien erscheint diese Werbung nun mal seriös.
    Der Kunde weiß in der Regel nicht, dass es dieses Programm irgendwo im Internet kostenfrei gibt und selbst wenn er es wüsste, würden 80-90% der Leser es sich nicht herunterladen wollen aus Vorsicht vor Viren, Abos etc. Ich treffe auch immer wieder auf Leute, die der Meinung sind, ein Download ist illegal, auch wenn die herunter geladen Datei völlig legal zum Download steht.

    Aber genau das ist einfach der fehlenden Aufklärung dieser „Experten-Magazine“ geschuldet. Warum auch sollte man die Leute aufklären, wenn durch solche Werbung und Panikmache der Verkauf des eigenen Magazins voran getrieben wird?!

    • Sineous
    • 31. März 2010

    Ich glaube es gibt sogar ein Gesetz, das es verbietet, mit derartigen ‚irrefuehrenden Taeuschungen‘ zu werben. Aber wo kein Klaeger, da kein Richter. Es ist schliesslich auch verboten, Handy-Abos in Jugendzeitschriften zu bewerben und trotzdem macht es jeder.

  3. Noch besser ist Pearl. Die bieten momentan Ubuntu 8.04 LTS Scheiben an. Statt 29und€ nur noch 4und€…

    Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Auf jeden Fall tut mir keiner der Käufer leid. Wenn dann noch Geld davon bei Canonical ankommen würde…

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