InsightCommunity: Evolution funktioniert auch knapp 200 Jahre nach der Entdeckung! / Eine Glosse

Letztens fiel es mir wie Schuppen von den Augen, seit Jahren nutze ich diverse Freie Software auf meinen Rechnern. Anfangs war das Angebot, abgesehen von linuxspezifischer Software, sehr sparsam gesät. Nun hat sich meiner Meinung nach in der Sofwarekultur einiges geändert, Benutzer wenden sich teilweise oder ganz von propritärer Software ab, hin zu Freier Software. Auch vor Entwicklern macht dieser Trend nicht halt, durch das steigende Nutzeraufkommen steigt auch die Zahl der Entwickler im Bereich Open Source / Freier Software. Oder der Trend ist umgekehrt?😉 Durch die steigende Entwicklerzahl, den freien Quelltext und die Motivation entstehen schon fast unzählbare Projekte.

Es fängt an bei der Wahl des freien Betriebssystems es gibt den Linuxkernel(von den gefühlten 10.000 Distributionen möchte ich gar nicht anfangen, diese aufzuzählen), die BSDs, Haiku oder GNU Hurd um die bekannteren zu nennen. Noch mehr Qual der Wahl hat man bei der Desktop Oberfläche. Seit den Anfängen Freie Software hat sich viel getan, heute gibt es freie Sofwarealternativen für den otto-normalo Desktop-User wie Sand am mehr, auch ein Großteil der Server wird mit freier Software betrieben.

Doch ist diese Diversifikation im Bereich Open Source Softare Fluch oder Segen für die Projekte, Verbreitung und Akzeptanz?

Projekte

Auch in der (freien) Softwarewelt gibt es das Artensterben, Entwickler wenden sich von einem Projekt ab und gründen ein neues bzw. unterstützen ein alternatives Projekt (Bsp. Sidux – Aptosid, Xfree86 – X, OpenOffice.Org – Libreoffice). Dieser Evolutionszyklus erinnert mich an den Darwinismus „Überleben des Stärkeren“ (Fitteren/Schlaueren/Anpassbarsten) Oder wers lieber kapitalistisch sieht, die Selbstreinigung des Marktes.

Was sich bei der Vielfalt des Lebens bewährt hat, bringt auch neue Arten in der Software Welt hervor. Das bedeutet schlichtweg, nicht mehr zeitgemäße oder Fehlentwicklungen werden ausgesondert bzw. gehen in neue Projekte über. So werden keine Ressourcen verheizt und User-Nerven geschont.

Verbreitung

Die Artenvielfalt bei Freier Software wirkt sich natürlich auch auf die Verbreitung aus, sie läuft auf einer Vielzahl von Prozessorarchitekturen, auf den meisten Betriebssystemen (Linux, BSD, Windows, Mac OS, iOS, Android, Haiku etc.), auf Desktops so wie auf Servern. Meist gibt es zu einer bestimmten Software zig Alternativen, z. B. Musikspieler (Amarok, Clementine, Banshee, Rhythmbox, XMMS, Aqualung, aTunes, Audacious usw. usf.) Hier sollte für jeden Geschmack etwas dabei sein.

Aktzeptanz

Beim Heimnutzer ist freie Software bereits angekommen, ob es sich dabei um Desktopsoftware, Handys, den Kühlschrank oder das Auto handelt, oft weiß der Nutzer gar nicht, dass er Freie Software benutzt. Den meisten Exemplaren ist es oft egal ob es sich um Freie oder propritäre Software handelt, Hauptsache sie funktioniert so, wie sie sich das vorstellen.

In der Firmenwelt sieht die Sache leider ganz anders aus, viele Verantworliche bestehen auf Support Seitens des Herstellers, feste Ansprechpartner, feste Releasezyklen oder andere Anforderungen die Freie Software (noch) nicht erfüllt. Schade eigentlich, hier könnte im nicht unternehmenskritischen Bereich schon massenhaft Lizenzgebühren eingespart werden, als Beispiel führe ich mal den Einsatz von PDF Creator anstatt von Adobe Acrobat Pro an. Für Nutzer, die lediglich aus einer Büroanwendung PDFs genierieren wollen, sollte diese Software ausreichend sein. Aus eigener Erfahrung weiß ich aber, dass die Verantwortlichen für die Softwareauswahl einer Firma teilweise haarstreubende Argumente anbringen um den Einsatz von Open Source zu verhindern. Teilweise aus Unwissenheit gepaart mit Ignoranz, teilweise aus Angst vor Sicherheitslücken die angeblich lange nicht gefixt werden. Man blicke doch nur mal krisch auf Adobe (Flash Player) und MS (Patch-Day)… Wie dem auch sei, es muss sich in den Köpfen der Verantwortlichen entwas ändern.

Auf jeden Fall sehe ich Freie Software auch in Zukunft im Aufwind, für mich ist es nur eine Frage der Zeit, bis Open Source auch Unternehmen _flächendeckend_ erreicht, im Bereich Heimwanwender hat sie schon vorgemacht wie es geht!🙂
Und zum Schluss noch mal ein dickes Dankeschön an die freiwilligen Entwickler und Unterstützer (User helfen User) in den unüberschaubaren Open Source Projekten für ihre in ihrer Freizeit geleistete Arbeit!🙂

    • Tom
    • 15. Juni 2011

    Evulution -> Evolution
    Überleben des Stärkeren ist grundsätzlich eine „falsche“ Übersetzugn welche sich aber gerne vom Sozialdarwinismus zu nutze gemacht wurde. Im Rahmen der Evolutionstheorie wäre wohl „Überleben des Bestangepassten“ am passendsten. Insofern halte ich die Wahl zur verlinkung für die denkbar schlechteste .. muss ja aber jeder selber wissen😉

    • Genau, nicht der Stärkste überlebst, sondern der am besten Angepasste. Denn die Stärksten am IT-Markt sind M$, Oracle, IBM, Apple etc. Nach deiner Auffassung, müsste Linux ja sterben😛

    • Andre
    • 15. Juni 2011

    Gleich dein erster Satz „fiel“ mir ins Auge.
    „Viel“leicht möchtest du das noch ausbessern.
    Gruß

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