Open Source-Stilblüten: Bring es auf den Punkt!

Gestern auf der Heimfahrt hab ich im Zug einem Bekannten geholfen, sein Notebook mit Ubuntu wieder zurecht zu biegen. Es war kein großes Problem, er hatte nur fehlerhafte Einträge in der sources.list. Irgendwie kam mir dabei folgender Satz in den Sinn und verfolgt mich bis heute😉


„Der gemeine Ubuntunutzer zeichnet sich durch den inflationären Gebrauch des sudo-Befehls aus, dessen Verwendung steigt exponentiell mit Frische des Releases.“

Habt ihr auch Zitate oder eigene Einfälle mit denen man Projekte im Open Source Bereich mit einem Augenzwinkern beschreiben kann?

An die Ubuntunutzer, den Satz bitte nicht zu ernst nehmen. Nach diesem jetzt schon turbolenten Jahr mit UniOS, Snowlinux, Fukushima und der Finanz-, Euro-, Vertrauens-, Wirtschafts-, Griechenland-, PIIGS-, und-wie-sie-noch-heißen-wird-Krise muss man sich auch mal auf andere Gedanken birngen. Nicht, dass gleich virtuelle Steine fliegen.😉

    • Yupyup
    • 7. September 2011

    Eigentlich verstehe ich nicht den Sinn des von dir genannten Satzes. Zum einen inhaltlich nicht (wie kommst du darauf?), und zum anderen, weshalb er das Ubuntu-Projekt beschreiben sollte.

    Abgesehen davon finde ich es auch merkwürdig, von *exponentiellem* Wachstum des Gebrauchs von sudo zu sprechen, da dies notwendig voraussetzt, dass man exponentiell mehr Befehle ausführt, je neuer das Ubuntu-Release ist. Das heißt, man kommt im Allgemeinen nach einem Ubuntu-Upgrade nicht mehr zum Arbeiten (oder was auch immer man machen will).

    • Wie ich drauf komm: spontaner Hirnfu** während der Beobachtung meines Bekannten

      Gemeint ist damit, dass der gemeine Ubuntunutzer (meist Linuxanfänger) das Kommando sudo -s nicht kennt bzw. verwendet und somit für jeden Befehl der Adminberechtigung benötigt sudo eintippt.

      Bei einem Releaswechsel installiert er neu bzw. wird ein Upgrade gemacht, und die ganze Einrichtung mit sudo geht von vorne los. (Frische des Releases / exponentielle Verwendung)

  1. Diese sudo-Seuche kann ich auch beobachten, dass Schlimme ist, dass die Nutzer diese Angewohnheit auf andere Distributionen übertragen. Ist mir letztens bei einem Ubuntu->Archlinux-Umsteiger aufgefallen, furchtbar. Dort wird sudo zum Glück standardmäßig gar nicht installiert🙂

    • gast
    • 7. September 2011

    Besser ist natürlich su – und dann drin bleiben…😉

    • Mark
    • 7. September 2011

    @Usul, schau mal wieder bitte über dein Arch-Tellerchen. sudo wird mittlerweile praktisch von allen Distributionen genutzt. Debian, Ubuntu, OpenSUSE, Fedora… Irgendwas muss doch wohl an sudo dran sein. Die Gründe findest du hier http://www.courtesan.com/sudo/intro.html Alles andere ist infantiler „Ich hab das bessere Linux“-Quark, Sorry.

    • Zu Debian:

      Debian liefert zwar sudo in der Standardinstallation aus, zur Verwendung muss es aber erst noch manuell „scharf geschalten“ werden.

      http://wiki.debian.org/sudo

    • Es ist ein Unterschied, ob sudo standardmäßig installiert ist (oder was verstehst du unter „nutzen“? Nutzen kann ich es auch bei Archlinux) oder ob man zu dessen Benutzung genötigt wird und es sich erst „wegkonfigurieren“ muss, wenn man es nicht haben will. Zumindest bei Debian ist sudo noch nicht Pflicht, es geht normal su, ohne einen einzigen Klimmzug.

      Das sudo bei eigentlich jeder Distribution irgendwie dabei ist und stellenweise genutzt wird, steht außer Frage. Der massive Gebrauch in Howtos, Anleitungen und Blogeinträgen ist aber eine Spezialität von Ubuntu (und deren Derivaten).

  2. @All: ich finde den Spruch, wenn auch etwas überspitzt, Ok.
    Aber infantil finde ich ihn nicht, da gibts anderes

    • Mark
    • 7. September 2011

    @Usul
    Mein sudo ist besser als dein su? Sorry, das IST infantiles Geschwätz. Desweiteren, was spricht denn gegen den Einsatz von sudo? Argumente dafür habe ich dir ja schon genannt. Was ist also jetzt böse, was macht den Einsatz von sudo so lächerlich, außer dass man root komplett deaktivieren kann?

    @bernd
    Ich hab den Kommentator angesprochen und nicht den Blogger.

    • @Mark

      Du kommst völlig vom Thema ab. Es ging um die (überspitze) Darstellung, dass in Ubuntu-Kreisen die sudo-Verwendung bzw. -Erwähnung inflationär ist. Das liegt zum Großteil daran, dass bei Ubuntu standardmäßig seit Urzeiten sudo das Mittel der Wahl ist, um Befehle auszuführen, die andere Rechte, in der Regel root-Rechte voraussetzen.

      Wenn man irgendwo eine Anleitung im Netz findet, für was auch immer, war das „früher“ bzw. bei anderen Distributionen eigentlich immer so, dass da eine Floskel stand nach dem Motto „… und jetzt ruft man als root folgende Befehle auf …“, danach die für die jeweilige Aufgabe notwendigen Befehle. Wie man die Befehle als root ausgeführt hat, war der Intelligenz des Nutzers überlassen, entweder über sudo, oder mit su, oder meinetwegen indem man das System in den Single-User-Mode versetzt hat.

      Bei Ubuntu ist es dagegen so, dass da immer steht

      sudo …
      sudo …
      sudo …

      Das ist einfach unnötig und nervig. Jetzt kommt bestimmt das Argument, dass ist halt einsteigerfreundlich, das gleich so komplett hinzuschreiben, das mag vielleicht bei Ubuntu gelten, richtig. Verhindert aber zum einen, dass der Nutzer mitdenkt und einfach blind Dinge abtippt, die er vielleicht gar nicht versteht, zum anderen ist es spätestens bei anderen Distributionen, bei denen sudo nicht standardmäßig installiert bzw. ausreichend konfiguriert ist, sogar kontraproduktiv. Der unerfahrene Nutzer denkt sich im Extremfall, der Befehl geht nicht, weil nicht vorhanden, kommt im etwas fortgeschritteneren Fall darauf, dass er sudo nachinstallieren muss, macht dann aber trotzdem etwas, was er hätte auch anders erreichen können.

      Lange Rede, kurzer Sinn: An sudo ist prinzipiell nichts falsches, aber das ständige erwähnen ist unnötig. Das hat erst mit Ubuntu im Linux-Lager eingezogen.

    • HoellP
    • 7. September 2011

    Ich mag sudo, ich verwende auch so gut wie nie sudo -s und Konsorten. Mag aber daran liegen, dass ich noch ein Noob bin und Ubuntu erst ~6 Jahre verwende.
    Da ist man mit Befehlen im Terminal noch nicht so sicher und ich bau einen systemweiten Befehl meist ohne Rootrechte auf, bis ausschließlich die Fehlermeldung mit zuwenig Rechten kommt. Dann kommt ein sudo davor. Ein Rootaccout kommt mir nicht auf den Rechner, den deaktiviere ich auch bei anderen Systemen (Arch, Gentoo, Debian…) und verwende ausschließlich einen User mit sudo Rechten.

    Von der Herangehensweise mal abgesehen verwendet man nach einem neuen Release natürlich vermehrt Befehle mit Rootrechten, man muss ja das System konfigurieren,

  3. Oh schuldig, Ich schreibe auch fast immer wenn nötig sudo vor den Befehl. Und Arbeite fast nie als root (obwohl ich die Befehle kenne ). Man gewöhnt sich einfach daran und behält es dann bei. Bin jetzt vor ein paar Tagen auf Arch umgestiegen und nutze es dort auch einfach weil ich es gewöhnt bin.

    • jana
    • 7. September 2011

    Ich hab bei mir immer zwei xterm-Fenster auf; eins mit normalen Userrechten und eins mit root🙂 Die ganze Passwort-Eingeberei mit sudo ist mir zu umständlich.

    Zu OpenSource-Stilblüten fällt mir im Moment nichts eins:/ Allerdings kenne ich sehr viele Leute, die Wartezeiten am Rechner mit permanenten Rechtsklick-Linksklick-Tiraden überbrücken oder mit ständigem ‚ls‘ oder ‚date‘ auf der Kommandozeile (plus anschließendem Strg+L, damit wieder alles „sauber“ ist).

  4. Also, wenn ich einen Sudo Jünger etwas erkläre, sage ich immer, mach einmal „sudo bash“ damit bleibst du root, solange notwendig.
    Die in Wikis dargestellte sudo foobar
    sudo …

    erleichtert nur das copy und paste. Damit schleichen sich Fehler ein und das Verständnis beim User wächst garantiert nicht.
    Ansonsten kann ich nur den Hut ziehen vor dem Wiki der Ubuntuusers. Fast alles sehr detailliert erklärt und vor allem immer gepflegt.
    Der Grund, warum ich sudo ablehne ist ein anderer (hier auf der sun wirds auch genutzt) sudo 200% der Zeichen von su🙂

  5. Steinigt Ihn, er hat Jehova – äh Ubuntu, gesagt!

    *stein werf*

    • Yupyup
    • 7. September 2011

    Warum sollte das Benutzen von sudo irgendwas mit Anfängertum zu tun haben? „Der Profi benutzt su/sudo -s, weil er damit Tipparbeit spart“? Ist doch Unsinn.

    Nicht Bequemlichkeit/Faulheit macht den Profi, sondern Sicherheits-/Risikobewusstsein. Von daher sollte man gerade als Profi sudo verwenden. Mit einer root-Shell zu arbeiten, ist doch eher Anfängerstil.

    • Mein Kommentar bezieht sich auf Ubuntu (einsteigerfreundlich) nicht auf sudo…

        • Yupyup
        • 8. September 2011

        Jedenfalls finde ich es genau richtig vom „gemeinen Ubuntunutzer“, ob Anfänger oder nicht, vor jeden Befehl „sudo“ zu tippen. Es gibt natürlich Sonderfälle, wo das keinen Sinn macht, aber wir reden ja wohl vom regulären Fall.

    • DM86
    • 7. September 2011

    Hallo,

    da soll es eigentlich um Open-Source Stilblüten gehen und das Ganze driftet in eine Sudo vs. Su Debatte ab. Finde ich immer sehr interessant, was so diskussionswürdig ist. Wundere mich nur weshalb die Diskussion Ubuntu vs. der ganze Rest noch nicht aufgeflammt ist.

    Leider hab ich auch keine Stilblüte in Petto. Ich wollte hier schreiben, dass ich diese Fokussierung auf technische Details, die gar nicht beabsichtigt war, interessant finde.

    Das sagt doch einiges über die (Teil)community aus. Fällt mir immer wieder als Technik(Ubuntu)-Laie auf.

    Gruß, DM86

  6. Mein Standardspruch, wenn mal wieder eine Software/Hardware angeschafft werden soll, für die es keine Linuxversion gibt:
    „Was unter Linux nicht läuft, taugt nichts“

    Und bislang habe ich damit meistens Recht behalten.

      • Yupyup
      • 8. September 2011

      Andreas :
      Mein Standardspruch, wenn mal wieder eine Software/Hardware angeschafft werden soll, für die es keine Linuxversion gibt:
      „Was unter Linux nicht läuft, taugt nichts“
      Und bislang habe ich damit meistens Recht behalten.

      Na, was heißt schon „meistens“? Das heißt, dein Spruch gilt, außer in den Fällen, wo er nicht gilt?

    • McVoiceX
    • 8. September 2011

    Updates für OpenSource? Ich bin doch noch jung… Ich kann warten😉

  7. Yupyup :
    Jedenfalls finde ich es genau richtig vom „gemeinen Ubuntunutzer“, ob Anfänger oder nicht, vor jeden Befehl „sudo“ zu tippen. Es gibt natürlich Sonderfälle, wo das keinen Sinn macht, aber wir reden ja wohl vom regulären Fall.

    Danke für diese Steilvorlage, das ist absoluter Blödsinn. Woher soll ein Anfänger unterscheiden, ob es ein regulärer Fall oder ein Sonderfall ist? Was ist das überhaupt? Es gibt Sachen, für die man regulär sudo, su oder was auch immer benutzen muss, z. B. Konfigurationsänderungen in /etc, und es gibt Dinge, wo man regulär kein sudo oder su benutzen sollte, z. B. wenn man seine persönlichen Konfigurationsdateien im eigenen Homeverzeichnis editiert oder anlegt. Wenn man dort mit root-Rechten hantiert, hat man ruckzuck die Dateirechte so verfummelt, dass ein mit normalen Nutzerrechten laufendes Programm darauf nicht mehr wie notwendig zugreifen kann.

    Die Strategie, vor jedem Befehl mal pauschal sudo zu setzen, führt dann zu so Auswüchsen wie vor geraumer Zeit im Opera-Forum: Irgend jemand hatte ein Problem mit Opera und startet dann, um den Fehler zu beseitigen oder einzugrenzen, Opera einfach mal von Konsole mit „sudo opera“. Damit handelt man sich mehr Probleme ein, als einen lieb ist, vom grundsätzlichen Problem, einen Browser mit Root-Rechten zu starten, mal abgesehen.

    Die Strategie „Oh, geht nicht, einfach mal sudo davor“, oder gar IMMER sudo zu verwenden, ist kreuzgefährlich.

    • Yupyup
    • 8. September 2011

    Usul :

    Yupyup :
    Jedenfalls finde ich es genau richtig vom „gemeinen Ubuntunutzer“, ob Anfänger oder nicht, vor jeden Befehl „sudo“ zu tippen. Es gibt natürlich Sonderfälle, wo das keinen Sinn macht, aber wir reden ja wohl vom regulären Fall.

    Danke für diese Steilvorlage, das ist absoluter Blödsinn. Woher soll ein Anfänger unterscheiden, ob es ein regulärer Fall oder ein Sonderfall ist? Was ist das überhaupt?

    Administration ist keine Geheimwissenschaft, daher glaube ich nicht, dass solche Banalitäten näherer Erklärung bedürfen. Es sollte auch klar sein, dass ein Anfänger mit Sonderfällen nichts zu tun hat.

    Der Rest deines Kommentars von wegen „pauschal sudo irgendwo vorsetzen“ ist frei von dir erfunden, das steht in keinem Zusammenhang mehr.

    • Yupyup
    • 8. September 2011

    Mann Mann, jetzt habe ich es gemerkt. Entweder hast du nicht gelesen, worum es hier geht, oder es nicht verstanden. Beides nicht toll. Wenn ich schreibe „vor jeden befehl sudo“, dann bezieht sich das auf die vorherige Aussage, eine Kette von Befehlen, die Privilegien erfordern, sollte in einer root-Shell ausgeführt und nicht mit sudo versehen werden. Das geht offensichtlich aus dem Text hervor. Den man vllt auch einfach mal lesen könnte, bevor man was schreibt.

    • tomx3
    • 9. September 2011

    zu sudo:

    Aus dem Supportalltag heraus ist es leider gerade unter Ubuntu-Nutzern scheinbar normal für alles mögliche sudo zu nutzen, egal ob sinnvoll oder nicht und egal ob grafisches Programm oder nicht. Dort gilt wohl oft der Gedanke: Viel hilft viel.

    Und bitte nicht verraten, dass es sudo -s, sudo su und Konsorten gibt, sonst wird im Terminal nur noch als root gearbeitet, weil das ja schließlich nicht falsch sein kann.😦

    zu Stilblüten:

    „Bei Gentoo kompiliert sogar die Ausgabe von top.“ hab ich mal gehört. *bashing aufmach*😉

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